Irrtümer über die "neuen" Weltwunder

Der Schweizer Autor Bernhard Weber (49) stellte vor kurzem eine Liste der 21 bedeutendsten Bauwerke ins Internet.
Die Idee: Alle Benutzer können die neuen Weltwunder wählen.
Für Forscher ein interessantes Projekt - sie untersuchen inzwischen die Geheimnisse dieser Monumente.
Und decken dabei immer mehr Irrtümer auf.
So etwa zeigen Analysen, dass die Anordnung der Tempelstadt Angkor Wat (Kambodscha) identisch ist mit der Anordnung der CheopsPyramide in Gizeh - beide zeigen das Sternbild "Drache" an.
So, wie es erst einmal den Himmel erhellte - im Jahr 10500 v. Chr.
Im Klartext: "Angkor Wat galt lange als simple Tempelstadt", sagt der Forscher Dave Riem. "in Wirklichkeit haben wir es hier mit den ältesten Bauten der Menschheit zu tun..."

Taj Mahal:
Der schönste Palast der Welt?
Irrtum: Zwar bedeuten die Worte "Taj Mahalm" in der Tat "Krone des Palasts" - doch das Taj Mahal ist ein Grab, erbaut vom indischen Herrscher Jahan im Angedenken an seine Frau. Über 20000 Arbeiter schufteten 22 Jahre, dennoch blieb es unvollendet: Geplant war ein zweites Mausoleum aus schwarzem Marmor, mit dem Taj Mahal durch eine silberne Brücke verbunden. Doch bevor es dazu kam, wurde Jahan inhaftiert für seinen Bau hatte er die Staatskassen geplündert.

 

Angkor Wat:
Nur eine unbedeutende Tempelstadt?
Irrtum: Im Mittelalter war Angkor Wat die größte Metropole der Welt mit einer Million Einwohner - das New York des Altertums! Zum Vergleich: Köln, damals die bedeutendste europäische Stadt brachte es kaum auf 30000 Menschen. Unglaublich: Die Anordnung der Tempel imitieren das Sternbild „Drache“ - so, wie es im Jahr 10 500 v. Chr. am Himmel erschien. Du bedeutet: Angor Wat zählt zu den ältesten menschlichen Bauwerken der Welt...

 

ch-mauer1.JPG

Die Chinesische Mauer:
Die beste Wehranlage der Welt?
Irrtum: Über 20 Millionen Arbeiter schufteten 300 Jahre umsonst. Denn: Trotz einer Gesamtlänge von 7200 km und einer Durchschnittshöhe von neun Metern erfüllte die Mauer nie ihren Zweck - sie wurde mehrfach gestürmt. 1644 erübrigte sich ihr Sinn komplett: Ein verräterischer General ließ Feinde einfach durch die Tore ein. Übrigens: Vom Mond aus ist die Mauer zwar nicht zu erkennen, die Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) aber können sie bei jeder Erdumrundung bestaunen...

 

Die Osterinsel:
Ruinen eines primitiven Volkes?
Irrtum: Die Steinskulpturen der Osterinsel, Moai genannt, zählen zu den unerklärlichen Wundern der Welt. Über 900 dieser Figuren wurden entdeckt - das größte Exemplar,
„El Gigante“, misst 20 Meter, wiegt 270 Tonnen (so viel wie 180 Mercedes-Limousinen!). Wie die Moai an ihre acht Kilometer entfernten Standorte kamen, bleibt rätselhaft. Einzige Möglichkeit: Sie wurden auf Baumstämmen gerollt. Nur: Ob die Insel je bewaldet war, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden...

 

Chichen Itza:
Eine Pyramiden-Kopie von Gizeh?
Irrtum: Die Pyramide von Kukulcan in Chichen Itza (Mexiko) gilt als die genialste der Welt. In ihrem Inneren etwa wurde ein Echo eingebaut, das Händeklatschen klingen lässt wie Vogelgesang. Und die Pyramide von Quetzalcoatl hat sogar eine Million Kubikmeter mehr Volumen als die Cheops-Pyramide in Gizeh. Übrigens: Die Ägypter mussten viele Jahrhunderte üben die Maya errichteten ihre Pyramiden im ersten Anlauf!

 

Der Potala Palast:
Ein Prunkbau wie viele andere?
Irrtum: Der einstige Regierungssitz des Dalai Lama in Tibet umfasst eine Fläche von der Größe Berlins. Der Palast ( 1000 Zimmer), im 7. Jh. erbaut, reicht vom Fuß des Roten Berges bis zu dessen Gipfel - für die unteren Stockwerke wurden Teile des Berges komplett abgetragen. Eine fast übermenschliche Leistung. Denn: der Potala liegt höher als jeder andere Palast - in 3700 Metern. Die Luft hier enthält so wenig Sauerstoff, daß jede Anstrengung tödlich sein kann…

 

Der Turm von Pisa:
Antiker Handwerker-Pfusch ... ?
Irrtum: Fast 200 Jahre lang bauten drei verschiedene Architekten-Genies an dem Turm - und zwar kerzengerade. Die Schieflage (ca. 5m) entstand nur, weil der Boden unter dem Gewicht nachgab - denn allein die Glockenetage wiegt 7500 Tonnen. Falsch ist auch, dass der Turm einstürzt - nach zehnjähriger Sanierung wurde er 2001 durch einen gewaltigen Erdaushub um 40 cm aufgerichtet. In den nächsten 300 Jahren wird sich der Turm keinen Millimeter bewegen...