Die Pyramiden von Gizeh:

|
Es dauerte zehn Jahre, ehe nur die Straße gebaut war, auf der die Steine daher geschleift wurden, ein Werk, das mir fast ebenso gewaltig scheint wie der Bau der Pyramiden selber. Herodot, Historien |
Die Cheops-Pyramide ist das älteste und das einzige noch
erhaltene Weltwunder.
Aus den Gesteinsmengen
aus denen die Pyramide errichtet ist, könnten alle Kirchen
die in diesem Jahrtausend in Deutschland erbaut wurden, noch
einmal errichtet werden. Ca. 2,5 Millionen Steinblöcke
á 2,5 Tonnen, mit einem Gesamtgewicht von 6,25 Millionen
Tonnen, benötigten einen festen Untergrund. Dieser wurde in
dem felsigen Boden nahe des Dorfes Gizeh gefunden.
Die Arbeiten für das planieren der Grundfläche
dauerten allein schon 10 Jahre, daran waren in etwa 4000 Menschen
beteiligt. 20 weitere Jahre sollte der Bau der Pyramide dauern,
mit 100000 Arbeitskräften (Herodot). Allein für die
Ernährung wurden 1600 Talente (20 Mio. DM -> ca. 10 Mio €) ausgegeben. Nach
heutiger Meinung waren höchstens 8000 Menschen am
Pyramidenbau beteiligt, da mehr sich nur behindert hätten.
Der "Pyramidon", der 9 m hohe Gipfelblock, wurde als Abschluß auf die Pyramide gesetzt. Die Außenseiten wurden mit blendend weißem Kalkstein verkleidet, so daß eine glatte Oberfläche entstand. Der Pyramideneingang befindet sich auf der Nordseite, wo man über ein Gangsystem in die Königskammer im Zentrum der Pyramide gelangt. Hier befindet sich der Königssarkophag aus rotem Granit, mit dem die Kammer auch ausgekleidet ist. Ob die Pyramide jemals als Grabstätte benutzt wurde, wird heute aus 3 Gründen bezweifelt: 1. die Kammer ist entgegen damaligem Brauch völlig unverziert, 2. der Sarkophag ist nur roh behauen und der Deckel fehlt, 3. aus der Kammer führen zwei enge Luftschächte ins Freie und Tote brauchen keine Luft.
3500 Jahre blieb das Innere von Menschen unberührt, bis
der erste Grabräuber Kalif Allah al-Ma'Mun in der
Hoffnung auf Schätze die Pyramide betrat, doch sie war
leer.
Aufgrund von Wiederaufbauarbeiten in Kairo nach einem Brand
(1168) fehlen heute die obersten Schichten der Pyramide (sie
ist nur noch 137,20 m hoch) und die weißen
Kalksteinplatten.

Einen Impuls zu intensiver Erforschung der Pyramiden gab eine
Militäraktion Napoleons 1798,
der vor einer Schlacht bei den
Pyramiden, seinen Soldaten zurief: "Soldats! Du haute de ces
Pyramides, 40 siècles nous contemplement."
(Soldaten!
Von der Höhe dieser Pyramiden blicken 40 Jahrhunderte auf
euch herab")