Der schiefe Turm von Pisa:
Informationen zum Turm aus technischer Sicht
Geschichtlicher Überblick
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1174
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Laut Vasari beginnt Bonanno Pisano 1173 mit der
Errichtung des Turmes. Der Inschrift am Eingang des Turmes zufolge ist es
allerdings August 1174. Die Inschrift soll ein Fragment aus der Inschrift
des Sarkophages von Bonanno sein. |
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Einseitig weicher Untergrund |
Der Untergrund des Turmes besteht aus Flusssediment. Das weiche, lehmige Material verhält sich unter der Last des ca. 14500 t schweren Marmors plastisch. Unglücklicherweise ist die Lehmschicht nicht gleichmässig mächtig: Nach Süden, in Richtung der Turmneigung wird die Schicht dicker. Hier sinkt der Turm schneller ein. |
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1184 |
Nach 10 Jahren Bauzeit sind mit 25m Höhe 3 der 7 Geschosse
fertig und der Turm hat bereits eine leichte Neigung von 5cm erfahren,
vergleichbar mit der Neigung der Apside des Domes daneben. |
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1274-1284 |
90 Jahre später liegt wohl keine (messbare) Neigebewegung
mehr vor. Giovanni di Simone riskiert den Weiterbau. Vermutlich
unterstellt er, dass sich der Untergrund inzwischen ausreichend verdichtet
hat. Di Simone baut auf die 3 schiefen Stockwerke die restlichen 4
Stockwerke senkrecht auf, so dass ein kleiner "Knick" im Turm
entsteht. |
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1360 |
1360 hat die Neigung 163cm erreicht. Das bedeutete eine Verlangsamung der Neigebewegung in den letzten 60 Jahren. Um der Turm doch noch als campanile nutzen zu können, wagt Tommaso Pisano den den Bau des Glockenturmes, den er korrekt senkrecht auf den wieder schiefen Unterbau setzte. |
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1360-1838 |
Die Neigungsdynamik verliert in den folgenden
Jahrhunderten. 1590 führt Galileo Galilei seine Fallexperimente
durch. |
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1912-1990 |
1912 wird aufgrund des überraschenden Einsturzes des Campanile in Venedig eine Kommision, die 1. von 14, zur Identifizierung von Konsolidierungsmaßnahmen am Turm eingesetzt. [BALDACCI 1995] |
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1990 |
Nachdem sich die mittlere jährliche Neigungsbewegung seit 1918 auf 1-1,2 mm/a etwas verlangsamt hatte, wird 1990 wieder eine Zunahme gemessen. Die Einsturzgefahr ist offensichtlich und der Turm wird für die Öffentlichkeit geschlossen. In Folge wird Prof. Michele Jamiolkowski mit der Turm-Rettung beauftragt. |
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Bleiwichte, Erdanker, Hosenträger |
1994 werden 690 Tonnen Bleibarren als Gegengewicht an der
Nordseite des Turmes deponiert. 1995 sollen senkrechte, 40m tiefe Erdanker
die Wirkung der Bleigewichte unterstützen. Die Neigungsbewegung stoppt
tatsächlich. |
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1999 |
Ab Februar 1999 kommt eine Technik zum Einsatz, die in den
60er Jahren an der Kathedrale in Mexiko Stadt bereits Erfolg
hatte: |
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Dezember 2001 |
Wiedereröffnung. |