Dämonen und Teufel - 12 Thesen


Dämon im Buddhismus
Dämon im Buddhismus

1. Jeder Mensch spürt manchmal, dass es ihn zum Guten oder zum Bösen zieht. In vielen alten Kulturen und Religionen gibt es daher die Vorstellung, dass der Mensch von übermenschlichen Mächten, guten und bösen Geistern, beeinflusst werden kann.

2. Auch moderne Menschen sagen: "Hier herrscht kein guter Geist!" oder "Hier ist der Teufel los!", wenn sie ausdrücken wollen, dass es irgendwo unmenschlich zugeht.

3. In der Bibel werden die bösen Mächte Dämonen oder unreine Geister genannt, ihr Anführer Satan oder Teufel. Satan (hebräisch) bedeutet Widersacher, Teufel (von griechisch diabolos) heißt Durcheinanderwerfer.

4. In den Evangelien wird erzählt, dass diese dunklen Mächte die Menschen schädigen, zur Sünde verführen und von Gott abbringen wollen. Sie gelten als Gegenspieler Gottes und der Menschen.

5. Die Bibel spricht (wie ihre antike Umwelt) mit großer Selbstverständlichkeit von Dämonen, erklärt aber nirgends, was Dämonen eigentlich sind oder wie man sich diese vorstellen soll. Sie schweigt auch darüber, wie sie "entstanden" sind. Menschliche Neugier wird nicht befriedigt.

6. Eine jüdische Legende erzählt: Gott hat ursprünglich nur gute Mächte erschaffen: die Engel. Aber einige von ihnen wollten Gott nicht mehr dienen. Sie fielen für immer von ihm ab und kämpfen jetzt gegen Gott und seine Schöpfung. So sind aus guten Mächten böse geworden. Sie sind aber viel schwächer als Gott und können ihn niemals besiegen.

7. Der christliche Glaube hat die hoffnungsvolle Grundaussage dieser jüdischen Legende übernommen: Niemals darf man behaupten, Gut und Böse seien gleich stark. Denn das Gute ist das Ursprüngliche und viel stärker; es wird sich am Ende sicher durchsetzen.

8. "Der Glaube gibt uns die Gewissheit, dass Gott das Böse nicht zuließe, wenn er nicht auf Wegen, die wir erst im ewigen Leben vollständig erkennen werden, sogar aus dem Bösen Gutes hervorgehen ließe." (Katechismus der Katholischen Kirche 324).

9. Der Teufel, Inbegriff des Bösen, ist – bildlich gesprochen – "auf der Verliererstraße". Das bedeutet: Wer böse Mittel einsetzt, um schneller sein Glück zu erreichen, täuscht sich. Er wird letztlich verlieren. Der Weg des Guten, auch wenn er manchmal mühsam ist, ist am Ende auch der Weg zum Glück.

10. Satanismus ist Unfug. Wer sich übermäßig mit "Satan" und "Dämonen" beschäftigt, kann psychisch großen Schaden erleiden. Teufelsphantasien sind sehr oft Ausdruck von großen Konflikten in der Seele eines Menschen.

11. Exorzismus (im katholischen Sinn) ist keine Magie, sondern ein besonderer Gottesdienst mit Gebet um Befreiung eines Menschen, der als vom Bösen "besessen" gilt. Ein solcher Gottesdienst darf nur mit Erlaubnis des zuständigen Bischofs gehalten werden, um Missbräuche (z.B. abergläubische Teufelsangst etc.) zu vermeiden. Bevor zu diesem "Mittel" gegriffen wird, müssen unbedingt Ärzte und Psychologen konsultiert und um ihre Hilfe gebeten werden. Das schreibt die Kirche ausdrücklich vor, weil sie davon ausgeht, dass meist eine natürliche Erkrankung vorliegt, wenn jemand als "besessen" gilt.

12. Der gläubige Mensch braucht vor dem Teufel keine Angst zu haben. Er muss nicht einmal genau wissen, was der Teufel ist (eine Person wie wir? Oder eher eine Kraft? Oder beides, aber unvorstellbar anders?). Jesus Christus ist auf jeden Fall stärker als das Böse. Für Gläubige gilt: "Leistet dem Bösen Widerstand in der Kraft des Glaubens!" (1 Petr 5,9)


Quellnachweis: Glaubensinformation von Karl Veitschegger