Was ist Segen?
In allen Religionen drücken Menschen ihre Freude an der Schöpfung daran aus, dass sie den Schöpfer preisen. Für "preisen" und "segnen" steht in der Bibel das gleiche hebräische Wort "barak". Einen Menschen segnen bedeutet daher: "Ich danke Gott, dass es dich gibt, dass er dich erschaffen hat." Und mit dem Dank verbindet sich zugleich der Gebetswunsch: "Gott möge dir weiterhin beistehen, dich wachsen und reifen lassen. Es soll dir gut gehen! Ja, du selbst sollst wieder zum Segen für andere werden!" In diesem Sinn wird in der Bibel Abraham, der geistliche Stammvater von Juden, Christen und Muslimen, von Gott gesegnet: "Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein." (Genesis 12,2)
Es gehört zur Uraufgabe der Priester, Menschen zu segnen. Aber es ist nicht ihr Privileg. Alle Menschen sind berufen, einander zu segnen. Das kann durch einen Gruß geschehen – z.B. "Grüß Gott", "Adieu", "Behüt dich Gott" – , durch ein kurzes Gebet, durch das Auflegen der Hände oder unter Christen auch einfach durch das Kreuzzeichen. Von diesem Zeichen, lateinisch signum (crucis), kommt unser deutsches Wort segnen. Nirgends - so glauben Christen - hat Gott seine menschenfreundliche Liebe deutlicher gezeigt als in Jesus Christus, in seinem Leben, Sterben und Auferstehen.
Natürlich können auch Tiere, Speisen, Häuser, Brücken und andere Gegenstände gesegnet werden. Alles soll – so die religiöse Sicht der Welt - dem Lob des Schöpfers und dem Heil der Geschöpfe dienen. Das will der Segen vermitteln und deutlich machen.
Quellnachweis: Glaubensinformation von Karl Veitschegger