Oskar Schindler
Oskar Schindler (1908 - 1974)

 (1908 - 1974)

Oskar Schindler, dieser Name steht für Widerstand gegen das Naziregime.
Er war ein Held, eine Person, welche sich von der Opposition erhebte,
um eine mutige Tat zu tun, die vielen nutzen würde, aber sein eigenes Leben gefährden konnte.
Er war jemand, der eine gewissenhafte Entscheidung traf um das zu tun, was er dachte, was das Richtige sei,
was andere Menschen auch dachten, sich aber nie trauten.


Doch wer war Oskar Schindler?

Oskar Schindler wurde am 28. April 1908, als Sohn des Landmaschinenfabrikanten Hans Schindler und dessen Frau Franziska (geb. Luser), 
in Zwittau (heute Svitavy, Tschechien) geboren.

Schindler besuchte die Volks- und Realschule und absolvierte eine Ausbildung zum Ingenieur im väterlichen Betrieb.
Er belegte zusätzlich die Fachkurse Maschinenbau und Dampfantriebstechnik.

Er heiratete am  6. März 1928, im Alter von 20 Jahren. Emilie Pelzl, die Tochter eines wohlhabenden Landwirts.
Doch kurz darauf wurde Schindler zum Militärdienst eingezogen. Nach seiner Rückkehr arbeitete er dann zunächst im Betrieb des Vaters.

Doch nach der Schließung der väterlichen Landmaschinenfabrik, während der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren, wurde Schindler Leiter der Verkaufsabteilung der Mährischen Elektrotechnischen AG in Brünn.

Später arbeitete er im Amt Ausland/Abwehr unter Wilhelm Canaris im Bereich der deutschen Spionageabwehr
in Mährisch-Ostrau (heute: Ostrava, Tschechien) und Breslau (heute: Wroclaw, Polen).
Er wurde mit der Beschaffung von Informationen über polnische und
tschechische Spione sowie der polnischen Armee betraut.

Ab 1935 war er Mitglied der Sudetendeutschen Partei und
ab dem
10. Februar 1939 auch Mitglied der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP).
Nachdem Schindlers Agententätigkeit verraten wurde und er von der tschechischen Polizei in Mährisch-Ostrau verhaftet wurde, klagten ihn die staatlichen Behörden wegen Hochverrats an und verurteilen Schindler zum Tode. Doch die "Zerschlagung der Rest-Tschechei" verhindert die Urteilsvollstreckung.

Nach der deutschen Eroberung Polens ging Schindler im Spätherbst 1939 nach Krakau und erwarb zunächst als Pächter die ehemalige Firma Rekord, eine Press- und Emaillierfabrik, für die er Polen als billige Arbeitskräfte einstellte. Als "Deutsche Emailwarenfabrik" (DEF) produziert die Firma später Geschirr und Kochutensilien. Schindlers Betrieb profitierte bald vom Kriegsgeschehen, da zu seinen Auftraggebern auch die deutsche Wehrmacht zählte. Er war ebenfalls Pächter der Prokászimer Glashütte bei Krakau und beschäftigte dort etwa 380 Menschen. Diese mußte aber wegen der Erweiterung des Plaszower Bahngeländes 1943 aufgelöst werden. Durch immer neue Produktionsaufträge wuchs die Belegschaft der DEF auf etwa 700 Arbeiter.

Das Tor der Oskar-Schindler-Fabrik
Das Tor der Oskar-Schindler-Fabrik

1942 erhält Schindler bei einer Versteigerung den Zuschlag zum Kauf der DEF. Im Zuge der systematischen Beseitigung von Juden aus dem Erwerbsleben, der Liquidierung der Ghettos und dem Beginn des NS-Völkermordes entschließt sich Schindler, mehr jüdische Arbeiter in der Fabrik zu beschäftigen. Zusammen mit seiner Frau Emilie kümmert er sich um eine bessere Versorgung der Zwangsarbeiter. Wegen seiner Unterstützung für Juden wird er bei der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) denunziert und kurzzeitig verhaftet.

Der erfolgreiche Wirtschaftsmann begnügte sich nicht mit dem Gewinn, den ihm die nationalsozialistische Herrschaft bereitete.
Schindler bemühte sich vielmehr intensiv um die Rettung der jüdischen Bevölkerung vor der deutschen Vernichtungsmaschinerie.

1944 wird er erneut durch die Gestapo, wegen fortwährenderBestechung eines SS-Führers, verhaftet.
Zahlreiche alte Freunde unter anderem aus seiner Zeit beim Amt Ausland/Abwehr helfen Schindler eine schnelle Haftentlassung zu erwirken.

Nachdem er seine Fabrik ins mährische Brünnlitz verlegt hatte, konnte er durch eine Genehmigung, welche er durch die Auflösung des Ghettos in Krakau erwirkt hatte, auf seinem Fabrikgelände ein eigenes Lager für seine Arbeiter einrichten.

Schindler (mitte) mit Deutschen Offizieren
Schindler (mitte) mit Deutschen Offizieren

Der Fabrikunternehmer nutzte seine Position immer geschickt aus. Durch Bestechungen vor allem an den Lagerkommandant des KZ Krakau-Plasnow, Amon Göth (1908-1946), gelang es Schindler, alle jüdischen Arbeiter mit nach Brünnlitz zu nehmen, nachdem sie von seinem Buchhalter Izak Stern und dem jüdischen Personalschreiber der Lagerverwaltung und Göths persönlichem Stenographen Marcel Goldberg in einer Personalliste erfasst wurden.  Er beschäftigte etwa 1.200 jüdische Arbeiter in seinem Betrieb und rettete sie damit vor der Deportation in die Vernichtungslager. Es gelang Schindler sogar das Lager von der SS bewachen zu lassen.

Die Bestechungen von Gestapo-Beamten und anderen einflussreichen Nazigrößen im besetzten Polen gehörten zu seinem Repertoire. Er fälschte Rechnungen und Lieferbelege an Dienststellen in Orten, von denen er wusste, dass sie in wenigen Tagen von den Russen erobert würden, um Waren seiner Fabrik auf dem Schwarzmarkt für Lebensmittel verkaufen zu können.

Die Arbeiter Schindlers überlebten, durch die Versorgung, des von vielen als Glücksspieler, Trinker, Frauenheld und Kriegsgewinnler charakterisierten Schindlers, welcher unter Einsatz seines ganzen Vermögens und zunehmend mit persönlichem Risiko dafür sorgte, daß die Zwangsarbeiter in seiner Fabrik Kleidung, eine Unterkunft, Medikamente und Nahrung bekamen.

Keiner der in Schindlers Fabrik arbeitenden Juden ist eines gewaltsamen Todes gestorben. Das Gebäude der ehemaligen "Deutschen Emaillewarenfabrik" in der Ulica Lipowa 8 nahe dem Krakauer Ghetto ist erhalten und kann heute zum Teil besichtigt werden.

Nach einer fehlgeschlagenen Flucht in die Schweiz lebten Oskar und Emilie Schindler als Flüchtlinge in Konstanzund Regensburg. Ein wirtschaftlicher Neuanfang scheiterte. Er lebte zurückgezogen  und wurde von seinen ehemaligen Arbeitern aus Dankbarkeit für sein Engagement unterstützt. 1949 wanderte er mit seiner Frau Emilie nach Argentinien aus. Er arbeitete als technischer Berater für den Einkauf von Industrieanlagen zur Geflügel- und Nutriazucht aus Deutschland.

1961 erfolgte sein erster Israelbesuch, dem sieben weitere folgen sollten. Die von Schindler geretteten Juden initiierten 1963 zur wirtschaftlichen Unterstützung Schindlers den "Oskar Schindler Fund". Am 5. November 1965 wird ihm dann der Bundesverdienstkreuzes erster Klasse verliehen.

Wenige Jahre später, im Jahre 1967, wurde Schindler am 18. Juli von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem als "Gerechter unter den Völkern" geehrt und erhielt einen Baum in der "Allee der Gerechten". Die Gedenkstätte erinnert an jene Menschen, die während des NS-Regimes Juden gerettet und unterstützt haben.

Am 18. Oktober 1968 wurde Oskar Schindler von Papst Paul VI. für seine besonderen Verdienste um die katholische Kirche mit dem Silvester-Orden ausgezeichnet.

Im Jahre 1972 erlitt Oskar Schindler einen Schlaganfall und war halbseitig gelähmt. Am 12. September 1974 wird Schindler wegen Herzbeschwerden ins Bernwardkrankenhaus in Hildesheim eingeliefert. Er hielt sich bereits seit etwa zwei Jahren in Hildesheim bei Freunden auf, die er 1970 in Israel kennen gelernt hatte. Er erholte sich zwar etwas von seinem Leiden, aber ihm wurde am 23. September 1974 operativ ein Herzschrittmacher eingesetzt.
 

Am 9. Oktober 1974 starb Oskar Schindler im Alter von 66 Jahren, von der Öffentlichkeit vergessen, im Bernwardkrankenhaus in Hildesheim.

Nach einer evangelischen und katholischen Trauerfeierin Frankfurt/M am 29. Oktober 1974, wurde Oskar Schindler auf eigenem Wunsch hin aufdem Franziskaner-Friedhof in Jerusalem auf dem Berg Zion (Zionsberg) beigesetzt.

Grab von Oskar Schindler
Grab von Oskar Schindler


In der ganzen Welt wurde er aber erst richtig bekannt, durch Steven Spielbergs 1994 mit sieben Oscars
ausgezeichneten Film Schindlers Liste, der auf dem 1982 erschienenen,
gleichnamigen Buch des Australiers Thomas Keneally basiert.
In dem Film wird er selbst von Liam Neeson dargestellt.

In dieser dramatischen Verfilmung, bekommt er seine späte,
aber weltweit aufsehenerregende Anerkennung welche sein außerordentliches
humanitäres Engagement im Zweiten Weltkrieg zeigt.


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