Die Osterinsel gehört
seit 1888 zu Chile und liegt im Pazifischen Ozean zwischen
Südamerika und Australien,
ungefähr 3600 Kilometer entfernt von
Chile.
Die Osterinsel ist rund 162 Quadratkilometer groß und hat
fast 2000 Einwohner.
Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und hat Erhebungen
von 500 bis 600 Metern.
Besiedelt wurde die Insel von Polynesiern vor mindestens
1000 Jahren.
Von ihnen stammen auch die berühmten monumentalen
Tuffsteinfiguren.

Diese bis zu zehn Metern hohen Figuren bestehen aus
Oberkörper,
Armen, Kopf mit langer Nase, langen Ohren und
tiefliegenden Augen und einem Kopfschmuck.
Die Bedeutung und Herstellung dieser Figuren ist bis heute
unter Wissenschaftler umstritten.
Darüber hinaus verfügen die Polynesier noch über weitere
Kunstwerke,
wie die Holzfiguren oder andere selbstgeschnitzten
Gegenstände.
Als Besonderheit müssen noch die alten Schriftzeichen
erwähnt werden.
Aufgrund dieser ungewöhnlichen und interessanten Kultur
leben die Bewohner heute viel vom Tourismus,
bauen aber auch
Kartoffeln, Bananen, Ananas oder andere Pflanzen an
und betreiben
etwas Viehzucht und Fischfang.
Doch die Hauptversorgung wird vom Festland aus
sichergestellt.
Die Frage nach dem Namen Osterinsel ist einfach zu
beantworten.
"Rapa Nui" und "Te Pito O Te Henna" (Nabel der Welt) sind die polynesischen Namen der Osterinsel. Als die kleine, aus drei Schiffen bestehende, Flotte des Niederländers Jacob Roggeveens am Ostermontag des Jahre 1722 in der Südsee auf eine Insel traf, war dies für die Seeleute ziemlich überraschend. Wochenlang waren sie gesegelt, 3600 km waren sie von der chilenischen Küste entfernt, und Land wurde hier nicht erwartet. Da gerade Ostern (Ostersonntag) war nannte Roggeveens die Insel "Paasch-Eiland" - in deutsch Osterinsel.
COUSTEAU - ABENTEUER OZEAN
- DIE STUMMEN PROPHETEN
DER OSTERINSEL)
Das Rätsel der Osterinsel
Die Entdeckungsgeschichte
Im Jahre 1722
entdeckte der holländische Admiral Jakob Roggeveen nach einer vierwöchigen
Reise mit seinen drei Segelschiffen eine kleine vulkanische Insel im
Pazifik, die er Osterinsel nannte. Durch das
Fernrohr bestaunte er und
seine Mannschaft Hunderte riesiger Steinfiguren mit großen Augen und roten
Hüten. Aufgrund eines Sturms konnten sie erst im Morgengrauen des dritten
Tages an Land gehen. Die Insulaner empfingen sie zuerst kniend mit wie zum
Gebet gefalteten Händen, doch später bemerkte Roggeven, dass einige von
ihnen mit Mißtrauen reagierten. Leider endete der erste Tag mit einem
blutigen Gemetzel. bei dem etliche Eingeborene ihr Leben liessen. Dieser
Vorfall warf einen dunklen Schatten auf künftige Begegnungen. Mit
Erstaunen stellte Roggeveen fest, dass die Inselbevölkerung in zwei
Gruppen gespalten war. Die Hanau Eepe, die Langohren, welche recht
hellhäutig waren und ihre Ohrläppchen durch hölzerne Pflöcke verlängerten
und die Hanau Momoko, die Kurzohren, welche von Natur aus eine dunklere
Hautfarbe aufwiesen und kurze Ohrläppchen hatten. Nach Schätzung von R.
betrug die Population ca. 5000 Einwohner. Als zwei Jahre später Captain
James Cook dort vor Anker ging, war die Bevölkerung auf etwa 700 Menschen
zurückgegangen und die einst so freundlichen Einwohner hatten sich mit
primitiven Waffen gerüstet. Viele der Felder lagen brach und es herrschte
Nahrungsmangel. Das merkwürdigste war, dass die Insulaner offensichtlich
nicht mehr ihre Steinkolosse verehrten. Die Sta-tuen waren sogar zum Teil
von den Kurzohren als Rache auf einen Angriff der Langohren während eines
Bürgerkrieges umgestürzt worden. 1877 war die Bevölkerung, bestehend aus
nur noch 111 halb verhungerten Menschen. Durch die Sklaverei und
eingeschleppte Krankheiten sind die letzten in das Geheimniss der
Osterriesen eingeweihten Hanau gestorben.
Der Wiederentdecker
Thor Heyerdahl
1956 betratt der Norweger Thor Heyerdahl im Rahmen
einer wissenschaftlichen Expedition die Osterinsel und erblickte ein
anderes Bild als Roggeveen; viele der Statuen waren umgestürzt, halb
vergraben und manche unvollendet.
Heyerdahl war seit frühester
Kindheit davon überzeugt, dass die meisten Menschen sich zu sehr auf die
anderen Meinungen und Eindrücke anderer verlassen.
Und so er fragte
sich, wie es die Insulaner geschafft haben über 600 dieser Figuren aus dem
harten Vulkangestein zu hämmern und rund um die Insel aufzurichten. In den
Steinbrüchen fand Heyerdahl Hunderte Faustkeile und ließ eine Gruppe
Insulaner an einer halbfertigen Statue arbeiten. Als Erfolg konnte er
blutige Hände und abgenutzte Keile vorweisen. Als nächstes ließ er die
Insulaner eine kleinere Statue mittels untergelegter Holzbalken in 18
Tagen zur Küste ziehen und aufrichten. Auf die Frage hin, wie die Statuen
alle an ihren Standort gelangt seinen, meinten die Insulaner, sie wären
durch eine übernatürliche Kraft und ohne Hilfsmittel oder Menschenkraft
bewegt worden.
Das Rätsel
Die ca. 600 Statuen sind 3,6
m bis 11,3 m hoch und wiegen bis zu 50 Tonnen. Es steht fest, dass sie aus
dem vulkanischen Gestein aus den Steinbrüchen im Innern der
Insel
geschlagen sind und obwohl dort viele abgenutzte Keulen vorgefunden worden
sind, scheint es doch anhand Heyerdahl's Experiment zweifelhaft, dass sie
mit herkömmlichen Mitteln hergestellt wurden. Als logische Erklärung für
die vielen im Steinbruch vorgefundenen Keile bietet sich an, dass die
Steinfiguren schon sehr lange auf der Insel stehen, und die Insulaner
irgendwann mal das gleiche versucht haben, wie Heyerdahl, sprich die
halbfertigen Figuren zu den fertigen an der Küste zu schaffen. Sie gaben
schließlich genauso auf wie Heyerdahl und ließen die Faustkeile im
Steinbruch liegen.
Aber es stellt sich immer noch die Frage, welchen
Zweck die Figuren erfüllen sollen. Und vor allem wen sollen sie darstellen
? Sich selbst wohl nicht, denn die Figuren haben stumpfe Gesichter, lange
Nasen und schmale Lippen. Sie wollten jemanden darstellen, der sie absolut
beeindruckt haben muß, denn man schlägt nicht hunderte Tonnenschwere
Figuren aus dem Gestein, schleppt sie an die Küste, setzt ihnen zwei Meter
hohe Hüte auf, stattet sie mit Perlmuttaugen aus und richtet sie auf
speziell dafür geschaffene Plattformen, bloß weil man nichts besseres zu
tun hat. Auffälig ist, dass die Figuren rund um die Insel aufgestellt
sind, so als ob jemand der vorbeisegelt Sie sehen sollte.

Noch
heute wird bei einem alljährlichen Fest eine alte Legende nachgespielt.
Ein Ei muss auf einer kleinen Nebeninsel gefunden und unbeschadet zur
Hauptinsel gebracht werden. Ursprünglich soll damit das Ei eines
"Vogelmenschen" gemeint gewesen sein.
