Woran können wir
uns orientieren?
"Alles ist möglich, aber nix ist fix" - Dieses Lebensgefühl macht auch Angst. Menschen suchen daher nach Halt, nach Fundamenten oder gar nach Fundamentalismen.
| Christliche
Orientierung "Orientieren" bedeutet wörtlich: zum "Orient", nach Osten, zum Sonnenaufgang wenden (christlich: Symbol für Auferstehung). In der altchristlichen Feier der Erwachsenentaufe wendet sich der Täufling nach Osten und muss die drei Fragen "Glaubst du an Gott?", "Glaubst du an Jesus Christus?" und "Glaubst du an den Heiligen Geist?" mit "Ich glaube" beantworten, dann darf er getauft werden. Orientierung für das Leben der Getauften ist der Glaube an den dreieinigen Gott. "Ich glaube an Gott ..." |
![]() |
Wer an Gott glaubt, kann nicht alle Rätsel der Welt
beantworten, aber er vertraut darauf, dass unsere Welt aus guten Händen kommt
und trotz aller Wirrnisse und Irrwege, die wir nicht verstehen, von Gott geliebt
ist und wieder zu Gott zurückfindet.
Gott fährt nicht drein, sondern sucht
unsere Mitarbeit, sucht "Mit-Liebende" (Duns Scotus: Deus vult
condiligentes).
Soziologische Studien belegen, dass Glaube sich positiv
auswirkt: Sinn des Lebens, soziales Verhalten.
"Ich glauben an Jesus Christus
..."
Unser Gott ist kein "Hinter-Welt-ler", sondern
einer, der in die Welt gekommen und Mensch geworden ist: In Jesus von
Nazaret begegnet uns der "wahre Gott" und der "wahre Mensch". An ihm können wir
uns orientieren:
"Ich glaube an den Heiligen Geist
..."
Manche sagen: Vielleicht gibt es Gott, aber wo
spürt man ihn? Schön, dass Jesus gelebt hat, aber es ist 2000 Jahre her. Was
habe ich heute davon?
Wir glauben: Durch den Heiligen Geist wirkt Gott auch heute, kann Jesus
jedem Menschen nahe sein. Der Geist ist der "Gott
in uns". Das, was Gott will, ist nicht nur in alten heiligen Schriften zu
finden, sondern auch in der Tiefe des menschlichen Herzens. Dort bewirkt der
Heilige Geist Sehnsucht nach Gott, lockt und wirbt für das Evangelium, gibt
Phantasie, "Lust und Kraft zur guten Tat" (Kirchenlied).
An den Geist glauben
heißt: für Wunder offen sein! Die "ruach" (im Hebräischen ist der Geist eine
Frau!) überrascht uns immer wieder.
Der Geist wirkt überall, auch außerhalb
der Kirche. Aber die Gemeinschaft der
Kirche ist das Sakrament, das sichtbare
Zeichen für Gottes
Wirken: Das, was Jesus angefangen hat, geht weiter
und hört nie auf. Jesus findet zu jeder Zeit Menschen, die in seinem Namen
gemeinsam unterwegs sind. Der Geist Gottes ist stärker als menschliches Versagen
- auch in der Kirche.
Soziologische Einsicht: Privatisierung der Religion
schwächt deren Kultur-Kraft (Zulehner). Kirche ist auch deshalb
wichtig.
Das Kreuzzeichen
Unsere christliche Grundorientierung lässt sich in Stichworten so
zusammenfassen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Gott um uns - Gott in uns - Gott in uns!
Christliche Frauen und
Männer sind Menschen, die "ausziehen, um das Hoffen zu lernen". Wir brauchen
"Mutanfälle" (D. Sölle).
"Erwarte vom Tag nicht, was nur Jahre geben können;
vergiss aber nicht, dass Jahre aus Tagen bestehen. Nutze jeden Tag!" (Bischof
Johann Sailer)
Quellnachweis: Glaubensinformation von Karl Veitschegger