Martin Luther King jr., amer. Bürgerrechtler

* 15.01.1929 Atlanta, Georgia - † 04.04.1968 Memphis, Tennessee
Predigersohn; promovierter Theologe; ab 1954 Baptistenprediger in Montgomery (Alabama); engagierter Verfechter der Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA; K. wurde schließlich die Leitfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung; ab 1957 Vorsitzender der "Konferenz christlicher Führer des Südens" (SCLC); 1964 Friedensnobelpreis; 1968 durch einen Weißen ermordet; seit 1987 ist der jeweils dritte Montag im Januar Nationalfeiertag zum Gedenken an King.

Friedensnobelpreis für Martin Luther King
Am 10. Dezember 1964 wurde dem Baptistenpfarrer und Bürgerrechtskämpfer Martin Luther King in der Universität von Oslo der Friedensnobelpreis überreicht. In der Würdigungsrede hieß es: "Martin Luther King ist die erste Persönlichkeit in der westlichen Welt, die uns gezeigt hat, daß ein Kampf ohne Gewaltanwendung geführt werden kann." King war inspiriert von Mahatma Gandhis Idee des gewaltfreien Massenprotests. Kings Überzeugung, große Ideale ohne Gewaltanwendung durchsetzen zu können, hatte bei vielen Schwarzen Hoffnungen geweckt und eine Vielzahl von Protestmärschen ausgelöst. Seine Besonnenheit, sein Mut und seine Entschlußkraft legitimierten ihn als Verhandlungspartner der US-Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson, wenn es um die Rechte der schwarzen Bevölkerung ging. Das Bürgerrechtsgesetz vom 2. Juli 1964 wäre ohne sein Wirken in dieser Form nicht denkbar gewesen.

Im Beisein König Olafs V. von Norwegen entgegnete King auf die Würdigung: "Ich nehme den Preis an in beharrlichem Glauben an Amerika und in mutigem Glauben an die Zukunft der Menschheit. Ich glaube daran, daß waffenlose Wahrheit und bedingungslose Liebe in der Welt der Wirklichkeit das letzte Wort haben werden."
Martin Luther King stirbt nach Attentat
Ein schwerer Schock für die Bürgerrechtsbewegung in Amerika: Ihr großer Vorkämpfer für die Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen, Martin Luther King, fällt dem Attentat eines Rassenfanatikers zum Opfer. Gerade 39jährig erliegt Martin Luther King in den Gewehrschüssen des Attentäters, der unerkannt entkommen kann.
Wie vier Jahre zuvor bei der Ermordung von Präsident John F. Kennedy verwendete der Mörder ein halbautomatisches Gewehr mit Zielfernrohr. King stand gerade auf dem Balkon seines Zimmers im "Kings Hotel", als ihn der tödliche Schuß in den Hals traf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde die Tatwaffe gefunden, die von einem dunkelhaarigen Weißen weggeworfen worden war. King wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er trotz aller ärztlicher Mühe nach einer Stunde verstarb. Der Nobelpreisträger hatte seine Eltern schon Tage zuvor informiert, daß er von einem Mordkomplott gegen ihn wisse. Dennoch fürchte er den Tod nicht, für ihn zähle nur die Freiheit der schwarzen Bevölkerung in den USA. Nach dem Attentat explodierte der Rassenhaß. Radikale Anhänger der "Black Power"-Bewegung provozierten in vielen Städten - unter dem Vorwand der Rache für Martin Luther King - Plünderungen und Straßenkämpfe. Der Ausnahmezustand wurde in mehreren Städten verhängt, die Nationalgarde war tagelang im Einsatz. Die Bilanz der Unruhen: 32 Tote, mehrere tausend Verletzte und über 10.000 Verhaftete.
