Leben nach dem Tod?
Sicherheit
Im Blick auf die Zukunft ist nur eines sicher: der Tod. Die Natur beantwortet unsere Fragen über das Danach nicht. Und die Wissenschaft?
Sterbeforschung
Die sogenannten "Todeserlebnisse" (vgl. Moody etc.) sind eigentlich "Todes-Nähe-Erlebnisse und daher keine Beweise für das Danach. Sie können tröstliche Erfahrungen sein, bleiben aber mehrdeutig. Das gilt auch für spiritistische Phänomene und angebliche "Erinnerungen" an frühere Leben.
Das Jenseits - nur ein Wunschprodukt?
Feuerbach, Marx und Freud meinten, den Jenseitsglauben
als infantile Selbsttäuschung ("Was ich mir wünsche, muss es auch geben")
entlarven zu können. Wichtig dazu die korrigierende Einsicht des
Philosophen Eduard Hartmann (um 1900): Der Wunsch ist zwar kein Beweis für
die Existenz des Gewünschten, aber genauso wenig eine Beweis für dessen
Nichtexistenz! Dem Wunsch muss nicht, aber kann durchaus eine Wirklichkeit
entsprechen.
Dem Durst entspricht Wasser, dem Hunger Nahrung. Und der
Sehnsucht nach ewigem Leben? Entspricht ihr nichts?
Die Antwort der Religionen
Bisher wurde kein Volk ohne Religion gefunden. Der Glauben an ein Leben nach dem Tod ist schon sehr früh nachweisbar (Neandertaler-Gräber, 70.000 v. Chr.). Es hat wohl immer und überall Religion und "Unsterblichkeitsglauben" gegeben. Ist dieser Glaube eine unausrottbare Sehnsucht, die wesentlich zum Menschen gehört?
Worin alle Religionen
übereinstimmen:
Der Mensch erfährt im irdischen Leben Leid und
Tod, will aber ewig glücklich sein. Er ist also "erlösungsbedürftig". Die
Erlösung, die Überwindung allen Unglücks ist möglich durch Vereinigung mit dem
Absoluten.
Der große Unterschied:
Bibel/Koran: Das Glücksstreben des Menschen findet seine Erfüllung in Gott, der die Menschen liebt. Jeder Mensch lebt nur ein irdisches Leben. Danach entscheidet sich sein ewiges Schicksal. Der Mensch lebt auch nach dem Tod als Person.
Hinduismus/Buddhismus: Das Unglück des Menschen besteht darin, dass er immer wieder zu einem irdischen Leben (das heißt zu Sorge, Leid, Tod) geboren wird. Erlösung besteht darin, diesem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen. Die Religion zeigt den Weg dazu. Der Buddhismus nennt das wünschenswerte Ziel des Menschen Nirwana (= "Verlöschen"). Dieses Verlöschen wird aber nicht negativ verstanden (als "Nichts"), sondern positiv als unbegrenzte Freiheit.
Reinkarnation - Wiedergeburt?
Karma-Lehre: Das Schicksal im jetzigen Leben ist die
Konsequenz aus dem (richtigen und falschen) Verhalten in früheren Leben.
Wiedergeburten sind eine Last, dienen aber der Läuterung. Die Karma-Lehre
ist ein Erklärungsversuch für die unterschiedlichen Schicksale der Menschen
("Warum müssen manche so viel leiden?" "Warum werden manche schon behindert
geboren?")
Kritische Fragen an die Vertreter/innen der Karma-Lehre:
Ist
z.B. ein behindertes Baby wirklich selber schuld an seinem Schicksal?
Wenn
jeder Notleidende sein Leid zur eigenen Läuterung braucht, warum soll ich ihm
dann helfen? Verlängert meine Hilfe nicht seinen Läuterungsweg?
Wo bleibt
meine Identität, wenn ich mein Vorleben vergessen habe? War das überhaupt "ich"
oder nicht doch ein anderer, für den ich jetzt "büße"?
Muss alles abgebüßt
werden? Gibt es nur Aufrechnung und Abrechnung, aber keine Vergebung?
Auferstehung - die große Hoffnung
Auch wo es keine Beweise gibt, kann Vertauen vernünftig und sinnvoll sein. Der Glaube an ein ewiges Leben ist eine Frage des Vertrauens. Der biblische Auferstehungsglaube erwächst (im Volk Israel) aus dem Glauben an den guten Schöpfer: Gott hat uns nicht erschaffen, damit wir im Nichts enden. Gott ist treu, er betrügt uns nicht. Wenn er uns die Sehnsucht nach ewigem und voll-personalem Leben ins Herz gesenkt hat, dann wird er sie auch erfüllen. Gott hat nichts umsonst erschaffen. Nicht nur das Geistige, sondern auch alles Leibhafte wird sein Ziel in Gott erreichen (bildhaft ausgedrückt: "Auferstehung des Leibes").
Jesus von Nazaret - die Hoffnung in
Person
Jesus verkündet: Gott ist gut ("Abba") und wird das ganze
Weltgeschehen zu einem guten Ende bringen ("Reich Gottes"). Jesus predigt diese
Hoffnungs-Botschaft nicht nur (das tun auch andere Rabbinen seiner Zeit und 600
Jahre später Muhammad), sondern er lebt sie auch selbst ganz und
gar - vor allem als Freund der "Sünder", Zöllner und Desperados. Ja, er
ist diese Botschaft. Menschlichkeit ist ihm wichtiger als Sabbat und
Tempel. Dafür bezahlt er mit seinem Leben am Kreuz - vermutlich am 7. April 30.
Seine Gegner können triumphieren: "Verflucht ist, wer am Holze hängt!" (Dt
21,23). Jesus scheint als falscher Prophet, als Wecker falscher Hoffnungen,
entlarvt. Doch bald passiert Unglaubliches: Seine Jünger und Jüngerinnen
verkünden öffentlich: "Gott hat Jesus, den Gekreuzigten, auferweckt! Er
lebt!"
Welche Erfahrungen haben diese Menschen gemacht, dass sie etwas so
Verrücktes behaupten können, ja für diese Botschaft sogar Verfolgung in Kauf
nehmen? - Sie selbst sagen: "Wir haben den Auferweckten gesehen!" (Visionen,
Auditionen, Berufungserlerbnisse?) Ohne diese einschneidenden Erfahrungen der
ersten Jüngerinnen und Jünger gäbe es kein Christentum!
Christlicher Glaube sagt: Die Hoffnung auf ewiges voll-menschliches Leben ist nicht nur ein schöner Wunschtraum (Feuerbach, Marx, Freud), auch nicht nur ein Postulat philosophischen Nachdenkens (Aristoteles, Kant) oder spiritueller "Experimente" (Esoterik), sondern hat einen ganz konkreten Anhaltspunkt im Schicksal des Jesus von Nazaret. "Er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit." (Kol 1,27) Die Person Jesu selbst ist die konkrete Gestalt unserer Hoffnung. "Surrexit Christus spes mea", heißt es in der Osterliturgie: Erstanden ist Christus, meine Hoffnung! "Das neue, ewige Leben des Einen ist Herausforderung und reale Hoffnung für alle!" (Hans Küng)
Glaubst du das?
Besonders im Johannesevangelium tritt uns Jesus Christus als Hoffnung in Person entgegen, die auch zur Entscheidung ruft: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?" (Joh 11,25 u.26)
Kurzerklärung traditioneller Begriffe:
Quellnachweis: Glaubensinformation von Karl Veitschegger