Karl Liebknecht wird verurteilt

Am 12. Oktober 1907 wurde Karl Liebknecht, der Sohn des SPD-Gründers Wilhelm Liebknecht, in Berlin durch das Reichsgericht zu einer anderthalbjährigen Festungshaftstrafe wegen Hochverrats verurteilt.
Zu der Anklage gegen Liebknecht war es gekommen, nachdem dieser das Buch "Militarismus und Antimilitarismus unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Jugendbewegung" veröffentlicht hatte, in der der Militarismus des Kaiserreiches scharf attakkiert und als "Staat über dem Staate" bezeichnet wurde. Liebknecht beschrieb den preußischen Militärstaat als Schutzwall der herrschenden Klassen gegen den Befreiungskampf der Arbeiter.
Der seit 1899 in Berlin tätige Rechtsanwalt Liebknecht war 1900 in die Sozialdemokratische Partei eingetreten. Seit 1901 war er Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung.