Ist Gott ein Mann?
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Eh klar? Es hat sich zwar herumgesprochen, dass Gott keinen Bart hat, aber es scheint für viele eine ausgemachte Sache zu sein, dass er ein "Mann" ist. Oder können Sie sich vorstellen, dass die letzte Wirklichkeit der Welt und unseres Lebens eine "Frau" ist, zu der wir "Mutter unser" beten? Nun sagt aber die Bibel: Gott schuf Mann und Frau als sein Abbild (Genesis 1,27). Demnach ist auch die Frau Abbild Gottes. Und wenn wir von Gott auch nur in Bildern sprechen können, so doch nicht nur in "Mannsbildern". Die Wirklichkeit Gottes ist "zweipolig", sie vereint männliche und weibliche Aspekte in sich. Aber überkommt uns beim Bibellesen nicht doch das Gefühl, es bei Gott eher mit einem "Mann" zu tun zu haben? Das hat eine Vorgeschichte. Der Gott Israels |
Der Gott Jesu
Und Jesus? Er war ein Mann und
nannte Gott "Vater", aber er verglich ihn auch mit einer Frau (Lukas 13,21 und
15,8) und offenbarte viele weibliche Züge Gottes. Gerade als Mann tut Jesus
vieles, was man bisher nur Frauen zugetraut oder zugemutet hat: Er nimmt sich
der Schwachen an, herzt mit Kindern, macht sich zum Tischdiener und
"Füßewäscher". Andererseits akzeptiert er auch die Meinung einer Frau, sogar
einer Heidin, und ändert daraufhin sein Verhalten zu ihr (Matthäus 15,21-28)!
Weil der Gott Jesu männlich und fraulich ist, gilt nicht mehr: Das darf nur der
Mann - das nur die Frau, sondern: Jeder darf, was er kann! Männer dürfen
Tischdienst machen und Frauen dürfen ihre Meinung sagen.
So sind es Frauen,
die den verängstigten Jüngern die Osterbotschaft künden dürfen. Noch länger gab
es - trotz der Bedenken des hl. Paulus - weibliche "Amtsräger" in der Kirche.
Aber allzu früh setzten auch die Männer ihren Führungsanspruch wieder durch.
Einseitig.
Was gilt für uns?
Wer das überkommene Rollenbild (Mann = Herr, Frau =
Dienerin) verteidigt, kann sich zumindest nicht auf Jesus berufen. Aber auch ein
Rollentausch wäre absurd. Es geht vielmehr darum, dass Männer von ihrer
Vorherrschaft und Frauen von ihrer Niedrigkeit befreit werden, um gemeinsam und
füreinander Bild Gottes zu werden. Eine uns allen bekannte Frau hat dies so
ausgedrückt: "Er entthront die Mächtigen und erhebt die Niedrigen" (Lukas 1,52).
Ziemlich revolutionär, diese Maria!
Ich wünsche Ihnen einen schönen
Mai!
Quellnachweis: Glaubensinformation von Karl Veitschegger