Firmung, Kommunion & Konfirmation:
... ein großer Tag im Leben junger Christen
DIE FIRMUNG
Confirmare = befestigen, stärken (den Glauben).
Wie die Konfirmation, so wird auch die Firmung in engem Zusammenhang mit der Taufe gesehen, quasi als deren Bestätigung. Nicht jeder Täuffing wird/muß gefirmt werden.
Das II. Vatikanum drückt sich derart aus: »Durch das Sakrament der Firmung werden sie vollkommener der Kirche verbunden und mit einer besonderen Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet. So sind sie in strengerer Weise verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zugleich zu verbreiten und zu verteidigen.«
Die Firmung wird an keinem speziellen Tag vorgenommen. Da zur Bestätigung, zum Erfassen des Glaubens unbedingt auch das Verstehen, das Verständnis gehört, findet die Firmung heute häufig im ca. vierzehten, fünfzehnten Lebensjahr statt. Firmen tut der (Weih)bischof oder von ihm Beauftragte durch die zweite Handauflegung. Die erste fand zur Taufe statt.
Zur Firmung gehört ein Firmpate, der gern schon als Taufpate fungiert haben kann. Ist aber ein anderer Firmpate erwünscht., so kann dieser (Katholik) gewählt werden. Es steht den Eltern des Firmlings frei, selbst die Patenschaft zu übernehmen. Gern gesehen werden der/die (Religions)lehrer/in. Zur Firmung gibt es keine Geschenke und auch die (große) Feier findet nicht statt. Wer eine kleine Familienfeier geben will, der kleide sich festlich, je nachdem, ob er ein Mittagessen geben will oder zum Kaffeetrinken oder zum Abendessen einlädt.
Die erste heilige Kommunion ist eine besondere Feier in den
katholischen Kirchen. Wenn die Kinder das erste mal den Leib Christi (das
heilige Brot) empfangen,
geschied dies in traditioneller Weise bei einem
feierlich gestalteten Gottesdienst in Anwesenheit der Familien und der Taufpaten.
Gewöhlich am ersten Sonntag nach Ostern, dem Weißen Sonntag.
Der/die Kommunikant/in sind nicht immer gleich alt. 1910, nachdem Papst Pius X. sein Kommunion-Dekret ausgab, gab es nur die »Frühkommunion«. Die Kinder durften zwischen dem siebenten und dem zehnten Lebensjahr am gemeinsamen Abendmahl teilnehmen. Heute spricht man von der »Rechtzeitigen Erstkommunion«. Das Wort Erstkommunion bedeutet erstes gemeinsames Abendmahl, auch Eucharistie bezeichnet. ihm folgen weitere - bis hin zum Lebensende.
Die »Rechtzeitige Erstkommunion« findet circa mit neun Jahren statt. Schließlich soll der kleine Mensch begriffen haben, daß es sich bei der Oblate um ein Symbol handelt. Dieses Begreifen, Verstehen erreichen die Eltern durch frühzeitige gemeinsame Gottesdienste.
Der Erstkommuniontag in der Familie:
Zur Kommunion tragen
Die Mädchen:
weißes Kleid, weiße
Schuhe, weißblütigen Haarkranz
Die Buben:
einen schwarzen,
dunkelblauen oder anderen dunkelfarbigen Anzug.
(In Gegenden, die sich mehr
der Neuzeit anqepaßt haben, darf auch der junge einen helleren Anzug tragen.)
So kleine Buben in Schwarz haben sehr viel Ahnlichkeit mit kleinen Pinguinen. Pinguine sind hübsch anzusehen, nur übersteigt die Ausgabe für einen Anzug; aus dem der kleine Mensch schnell wieder rauswächst, oft das Familienbudget, zumal ein Kind in Schwarz ansonsten doch recht overdressed wirkt.
Die große weiße Kerze, die die Kinder in den Händen halten,
sollte nicht so aussehen, als gäben sich Silberhochzeit und Goldene Hochzeit
stelldichein.
Die Ausstrahlung eines unschuldigen gläubigen Kindes ist
allemal größer als die einer verkitschten Kerze.
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Geschenke: |
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Die unmittelbare Vorbereitung fängt mit dem Vorabend an. Nach einem gemütlichen Abendessen können die Eltern, das Erstkommunionkind und die Geschwister miteinander den Tisch für das Frühstück festlich schmücken, die Kleidung für den kommenden Tag herrichten und in einem gemeinsamen Abendgebet/-lied die Vorfreude auf den Festtag zum Ausdruck bringen. In der Kleidung des Erstkommunionkindes wird man sich an den Brauch in der Pfarrgemeinde halten.
Die innere Einstellung der Eltern zu dem Fest ist genauso wichtig wie die gute äußere Vorbereitung. Gerade an einem solchen Tag ist die Gefahr von Hektik und Betriebsamkeit sehr groß. Darum ist es gut, wenn die Familie sich wirklich Zeit nimmt für ein kleines Frühstück (die Taufkerze kann dabei am Platz des Kindes aufgestellt werden) und anschließend in Ruhe rechtzeitig zur Pfarrkirche geht,
Nach der Feier des Gottesdienstes wird zu Hause gemeinsam der Tisch für das festliche Mahl bereitet mit Blumen, Kerzen und evtl. selbstgeschriebenen Tischkärtchen. Die Kommunionkerze erhält einen Ehrenplatz auf dem Tisch oder im Herrgottswinkel. Die große weiße Kerze, die die Kinder in den Händen halten, sollte nicht so aussehen, als gäben sich Silberhochzeit und Goldene Hochzeit stelldichein. Die Ausstrahlung eines unschuldigen gläubigen Kindes ist allemal größer als die einer verkitschten Kerze. Gerade an diesem Tag bringt das gemeinsame Tischgebet die innere Verbindung zwischen dem Mahl in der Eucharistie und dem Mahl im Kreise der Familie und der Gäste zum Ausdruck.
Die Gestaltung der familiären Feier sollte nicht zu sehr von den Eltern oder Gästen beeinflusst werden. Das Erstkommunionkind darf an diesem Tag wirklich im Mittelpunkt stehen und die Spiele und Unternehmungen für diesen Tag aussuchen. Es ist schön, wenn sich die Eltern und Gäste an diesem Tag auf die Ideen des Kindes einlassen und mitspielen, singen, kleine Ausflüge machen o.ä.
Aber bitte: Überfordern Sie den kleinen Menschen nicht. Eine Anhäufung von Onkel und Tanten, die alle - außer den Eltern, den Großeltern und anderen großen Menschen - nur das Beste wollen, einen kleinen Menschen schwer zu ertragen. Ein Kind muß wie ein Kind behandelt werden und nicht wie ein »eingelaufener« Erwachsener. Lassen Sie Ihr Kind die Einladungen zur Kommunion am besten selbst schreiben, so sucht es sich auch aus wer kommt, vorausgesetzt, ihr Kind schreibt gern, sonst wird's zur »Strafarbeit«. :-)
KURZINFO:
Der alte Brauch des "Patendankes":
Etwa bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs galt es im ländlichen Franken
als Anstaridsvorschrift: Vor der Konfirmation kam der Patendank. Ordentlich
gekämmt und frisch gewaschen machte sich der Konfirmand auf den Weg zurn
"Duud" (Pate) oder zur "Duudla" (Patin), dem fränkischen
Idiom für den lateinischen "Tutor". Er musste Dank sagen für
die Fürsorge während der Patenzeit. Den Spruch im Bilderrahmen hatte
er, säuberlich handgeschrieben, mit bunten Bildern verziert, manchmal sogar
drapiert mit Litzen in Silber und Gold.
Mit dem Überreichen war es nicht getan. Die Dankesworte mussten auswendig aufgesagt werden. Lange Texte, gewichtige Sätze, schwülstige Sprache: "Patendank herberen" hieß das. Die Qual der Konfirmanden lässt sich nachfühlen bei Sätzen wie diesem: "Nun ist der Ehrenrag erschienen, der mich zum Hause Gottes ftihrt, mein kindlich Herz treibt mich zu Ihnen, zu danken, wie es sich gebührt." Zum Lohn gab es dampfendes Schmalzgebäck.
Bei ihrem Aufkommen zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Patendankbriefe noch echte Volkskunst. Sie hatten ihr unverwechselbares persönliches Gesicht, waren mit viel Liebe und noch mehr Zeitaufwand gemalt. Später wurden sie als Massenerzeugnis aus den Druckereien geliefert: Bunte Bilder mit vorgedruckten Floskeln. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs starb der Brauch aus. Die letzten Exemplare sind eine lieblose Pflichterftillung, unbeholfen auf Schreibmaschinenpapier getippt.
Zu jedem Fest gehören auch Geschenke, auch zum Erstkommuniontag. Die Geschenke sollten jedoch einen Bezug zu diesem Fest haben, auf den materiellen Wert kommt es dabei nicht an. Ein »Gotteslob«' ein Kreuz, ein künstlerisch wertvolles Bild, ein Buch, eine schöne Schale oder ein Trinkbecher, ein persönlich gestaltetes Fotoalbum für die Erinnerungsbilder zum Erstkommuniontag sind geeignete Geschenke. Wenn Geldgeschenke gegeben werden, ist es sinnvoll, dass das Erstkommunionkind beim Gottesdienst oder bei der Dankandacht etwas für Kinder in Not weiterschenkt. Das Kind wird das,um so eher tun, wenn die Eltern selbst mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Dankandacht in der Pfarrkirche gehört zum Festtag mit dazu. Sie setzt für die Gäste und das Kind einen ruhigen Schlusspunkt. Ein gemeinsames Abendessen in der Familie bringt noch einmal den Dank an Gott für diesen Festtag zum Ausdruck.
DIE KONFIRMATION
Confirmare (lateinisch) = befestigen
Was für Katholische Christen die Kommunion bedeutet, das gilt im übertragenen Sinne für die Konfirmation bei den evangelischen Gläubigen.
Nämlich das "JA" zur Taufe. Der bedeutsame Tag für die etwa
13- bis 14-Jährigen, der traditionell zwischen Palmsonntag und Pfingsten
stattfindet,
gehört damit zu den gefragtesten "Amtzshandlungen"
der evangelischen Kirche.
Mit der Konfirmation wird öffentlich, nämlich in einem Konfirmationsgottesdienst, kundgetan, daß der junge Mensch - circa vierzehnjährig - nun ein aktives Mitglied der Gemeinde ist, das ab dem Konfirmationstag zur Abendmahlsfeier zugelassen ist. Die Taufe fand gewöhnlich im Babyalter statt. Die Konfirmation ist die Bestätigung des jungen Menschen, daß er der evangelischen Kirchengemeinde angehört mitallen sich daraus ergebenden Pflichten und Rechten; die Konfirmation ist eine der ersten anerkannten selbständigen Entscheidungen.
Frühergab es als Kleidungfür diesen festlichen Tag den schwarzen oder für Mutige den dunkelblauen Anzug, selbstverständlich mit weißem Hemd und dunkler Krawatte getragen. Und die Mädchen? Denen ging es nicht besser, auch sie marschierten einher, als wollten sie zu einer Trauerfeier: Schwarz und Dunkelblau waren angesagt. Nach diesem düsteren Farbangebot folgte eine Welle des verständlichen Protestes: Einige Konfirmanden betraten die heiligen Hallen in Jeans und fragten: Was hat mein Glaube mit der Kleidung zu tun?
Heute hat sich alles ausgependelt. Die evangelische Kirche schreibt keine bestimmte Kleider- und Anzugfarbe mehr vor. Und außerdem: Die Frage des Anziehens können und werden die Konfirmanden mit dem Pastor besprechen, der ihnen den Konfirmandenunterricht gab.
Für die meisten evangelischen Christen ist die Konfirmation das erste große Fest, ein Ereignis. Lange haben die Eltern dafür gespart. Und sogar die Taufpaten, die weitwegwohnen, kommen angereist. Mit Geschenken fürs Leben, mit Geld, damit die so heiß ersehnte Stereoanlage, das Mofa un endlich gekauft werden können. Oft werden zwei Wörter verwecht: Es heißt Konfirmation, und nicht Konsumation. Beides zusammen, ja, nur Konsum, nein.
Früher war die (goldene) Uhr eines der Lieblingsgeschenke. Ich hoffe, sie wird nie vom Videorecorder abgelöst. :-)
Es empfiehlt sich, wie bei der Verlobung und der Hochzeit, eine Geschenkliste zu erstellen, damit der Konfirmand nicht fünfmal Goethes Werke und vier Jogginganzüge bekommt. Aufgrund der Liste können auch Freunde und Verwandte bei einem teuren Geschenk zusammenlegen.
Eltern und Konfirmanden ziehen sich dem Rahmen gemäß an, den sie der Konfirmation geben wollen. Ob Sie außer den Taufpaten, der Verwandtschaft und den Freunden - unbedingt auch denen des Konfirmanden - den Pastor einladen, ist Ihre Angelegenheit. Manch ein Geistlicher hat während der Konfirmationszeit ein wahres Akkordprogramm zu absolvieren. Nehmen Sie ihm deswegen eine eventuelle Absage nicht übel. Tanz auf der Konfirmationsfeier? Warum nicht? Tanzende Menschen sind fröhlich. Sich offiziell zu Gott bekannt zu haben, ist kein trauriger Anlaß. Aber bitte weder Erwachsenen- noch Kinderschnapsleichen.
Zusammengefaßt:
Begehen Sie die Konfirmation so festlich, wie es
Ihren Möglichkeiten entspricht. Häufig ist dieses Fest eines der wenigen,
zu dem noch alle Familienmitglieder, noch alle Freunde kommen (können).
Konfirmation - das ist ein Fest fürs Leben.
Die Entscheidung für Gottvater, Gottsohn und den Heiligen Geist ist eine ernsthafte Angelegenheit, aber keine traurige, obwohl fast alle Mütter und auch viele Väter Tränen der Rührung vergießen. Noch vier Jahre weiter, und das Kind ist mündig, kann aus dem Haus gehen, heiratet, wird Mutter, Vater, darf wählen, wird Soldat oderWehrdienstverweigerer, geht ins Berufsleben. Wo ist sie nur hin, die Zeit? Manch eine Mutter, manch ein Vater sitzt allein in der Kirche. Ist es eigentlich so schlimm, auch mal die Hand eines Fremden zu ergreifen? Gutes Benehmen - wie immer eine Frage des Gebens.
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"Die Familie ist die Quelle des Segens und Unsegens der Völker." Martin Luther |
Anmerkung:
OVERDRESSED - UNDERDRESSED
Overdressed ist, wer sich zu fein für den gegebenen Anlaß
macht. Ein Beispiel: Smoking oder Cocktailkleid zum Betriebsausflug.
Underdressed ist, wer sich für den gegebenen Anlaß nicht
fein genug macht. Z.B.: wer zum Ball im Cordanzug oder im Flanellrock mit Pullover
erscheint.