Europa: Mont Saint-Michel, Normandie

Mont-Saint-Michel

Die Burg und Abtei Mont Saint-Michel ist schon von weitem zu sehen. Auf einem Granitfelsen von nur einem Kilometer Umfang thronend ragt sie 160 m in die Höhe.
Das Wunder der europäischen Architektur, nahm seinen Anfang mit einer Erscheinung. Im Jahr 708 erschien dem Bischof Aubert von Avranches der Erzengel Michael im Traum und erteilte ihm den Auftrag auf dem Gipfel des nahegelegenen Mont Tombé eine Kapelle zu errichten. So geschah es. Wegen der Erscheinung des Erzengels Michael, wurde Mont Saint-Michel schnell zu einer bedeutenden Pilgerstätte des Mittelalters.
 

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966 wurden 30 Benediktinermönche auf Geheiß des normannischen Herzogs Richard I. nach Mont Saint-Michel geschickt, um hier eine große Kirche zu bauen. Dies war eine schwere Aufgabe, da der Felsen pyramidenförmig, die Kirche aber mit 100 m Länge geplant war. Deshalb wurden an manchen Stellen Mauern vom Fuß des Felsens hochgezogen, um eine gerade Plattform zu erhalten auf der die Kirche steht. Die dabei entstandenen Gewölbe dienten den Pilgern später als Unterkunft.

Nach der Vollendung der Kirche gründete man eine Benediktinerabtei, die aufgrund zahlreicher Spenden sehr reich wurde. Von der Abtei ging aber auch eine sehr große intellektuelle Ausstrahlung aus. Während der Blütezeit des Klosters, 1156 - 1186, existierten hier so viele gelehrte Manuskripte, daß es vom Abt Robert de Torigni "Stadt der Bücher" genannt wurde.
Zur Anlage führt nur eine Straße empor, die Grand Rue, die vor der im 11. Jahrhundert vollendeten romanischen Abteikirche, eines der ältesten Bauwerke der Normandie, endet.

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Im Jahre 1204 wurde ein Teil des Klosters, während kriegerischer Auseinander-
setzungen, niedergebrannt. Dieser Verlust konnte durch eine großzügige Schenkung des französischen Königs Phillipe August mehr als wettgemacht werden. Die 1228 fertiggestellte
Abtei wurde als so groß und schön empfunden, daß sie La Merveille (die  Wunder-
bare) genannt wurde.

Während des 100jährigen Krieges zwischen Engländern und Franzosen (1337-1453) baute man Mont Saint-Michel zur uneinnehmbaren Festung aus, dennoch blieb das Kloster nicht vom steten Niedergang verschont. Nach der Französischen Revolution nutzte man es zeitweise als Gefängnis, seit 1873 steht der Berg unter Denkmalschutz. Der früher vom Meer umspülte Klosterfelsen, mit einem Tidenhub bis zu 14 m, steht immer öfter auf dem trockenen. Durch den 1880 zum Felsen erbauten Damm, verlandet die Bucht um Mont Saint-Michel.

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