Europa: Stonehege (England)
Es sieht aus, als haben Riesen versucht, sich aus tonnenschweren Felsen einen ungeheuren Tempel zu bauen, seien aber damit nicht ganz fertig geworden. Nun stehen die Riesensteine in der flachen Heidelandschaft der südenglischen Grafschaft Wiltshire, nur wenige Kilometer nördlich der Stadt Salisbury, in geheimnisvoller Runde und lassen den Betrachter raten, was es eigentlich mit ihnen auf sich hat. Gewiss ist nur eines, Stonehenge (hängende Steine) , wie diese Stätte genannt wird, stellt das bedeutendste prähistorische Bauwerk Europas dar.
Die Bauarbeiten an diesem
megalithischen Denkmal begannen um 2800 v.u.Z., also zur Zeit
als die Ägypter anfingen ihre Pyramiden zu bauen, und
dauerten 1500 Jahre. Offensichtlich diente das Bauwerk als eine
Stätte des Sonnenkults, wahrscheinlich war es auch ein
primitives astronomisches Observatorium.
Das eigentliche "Bauwerk", dessen Ruinen wir
heute bewundern, besteht aus einem Ring von Steinmonolithen. Sie sind
4,80 m hoch, wiegen bis 26 Tonnen und sind über
mächtige Oberschwellen kontinuierlich miteinander
verbunden.
Dieser Steinring umschließt einen Kreis aus 4 Tonnen schweren dunklen Sandsteinen aus den rund 230 km entfernten walisischen Preseli-Bergen in Südwest-Wales, ferner eine hufeisenförmige Anordnung von fünf Gruppen zu drei Steinen und eine weitere hufeisenförmige Gruppe aus dunklem Sandstein.
In der Mitte steht der Altarstein aus blaugrünem walisischen Sandstein. Die Gruppen zu je drei Steinen setzen sich aus zwei aufrechten Steinen und einem Sturz zusammen. Die Stücke sind über genau gearbeitete Zapfen und Löcher miteinander verbunden. Diese Anlage gibt den Forschern bis heute Rätsel auf, doch unbestreitbar ist, von den rund tausend sogenannten Megalithbauten, die in Europa in Form von Steinkreisen, Menhiren und Dolmengräbern Jahrtausende überstanden, wird Stonehenge wohl das geheimnisvollste bleiben.
Erklärung:
Dolmen:
[der; keltisch, französisch,
"Steintisch"]
Eine vorgeschichtliche Grabform der Jungsteinzeit und
frühen Bronzezeit; eine aus Trag- und Decksteinen
gebildete Grabkammer, die zumeist mit einem Erdhügel
überwölbt ist.
Megalithbauten
[griechisch]
Vorgeschichtliche Anlagen aus großen Steinen, die in
der jüngeren Phase der Jungsteinzeit über West-,
Nordwest- und Nordeuropa verbreitet waren, mit Ursprung im
Mittelmeerraum.
Am bekanntesten sind die Megalithgräber
(Großsteingräber, Riesensteingräber,
volkstümlich Hünengräber, Hünenbetten)
meist für viele Bestattungen, daneben gibt es aber
auch Einzelgräber. Sie bestanden aus mehreren
Tragsteinen und einem oder mehreren Decksteinen; die ganze
Anlage wurde mit einem Erdhügel überwölbt.
Haupttypen sind die Dolmen (Kammern,
die aus einigen Großsteinen bestanden und mit einem oder
mehreren Decksteinen bedeckt waren) und die Ganggräber (zu
der Grabkammer führte ein Gang aus Steinblöcken).
Während diese auf der alten Erdoberfläche errichtet
wurden, waren die Galeriegräber (aus einem gedeckten
langen Gang mit und ohne Seiten- und Querkammern) und die
Steinkisten (kistenförmige, aus Platten errichtete
Grabkammern) in den Boden eingetieft.
Zu den Megalithbauten zählen auch die insbesondere in Westeuropa verbreiteten Menhire (hochragende einzelne Steine). Aus menhirartigen Steinen sind hier oft kilometerlange parallele Steinreihen (Alignements) zusammengestellt worden. Kreisförmige Steinsetzungen ( Steinkreise, Cromlechs) sind in Großbritannien häufig (Stonehenge u. a.). Beide hatten kultische Bedeutung.
Menhir
[keltisch, „langer Stein“]
Aufrecht aufgestellter einzelner Stein aus der
Jungsteinzeit, oft höher als 5 m. Er ist von kultischer
Bedeutung, z. T. in der Nähe von Grabstätten -
hauptsächlich in Westeuropa - besonders in der Bretagne
verbreitet. Menhire gehören zu den
Megalithbauten.
Monolith
[griechisch]
Monolithen sind isoliert "aufgestellte"
Steinblöcke