Ernst Thälmann - Ausführliche Historie:

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Im August 1944 wurde unser Ernst Thälmann, der bedeutendste Führer der deutschen Arbeiterbewegung in der Zeit der Weimarer Republik, auf Befehl der faschistischen Regierung ermordet. Am 18. August gedenken die deutsche Arbeiterklasse und alle friedliebenden Kräfte in der ganzen Welt des großen Arbeiterführers, der in der Weimarer Zeit den Kampf des arbeitenden Volkes in Deutschland gegen das Wiedererstarken des deutschen Imperialismus, für den Frieden und die Rechte des Volkes führte.

Für die geschichtliche Leistung Ernst Thälmanns fand der große dänische Dichter Martin Andersen Nexö die folgenden Worte:

„Ernst Thälmann verkörpert, wie wohl selten jemand, das kommende Deutschland ... In dem Kampf zwischen Kultur und Barbarei ist Ernst Thälmann das stärkste Symbol der menschlichen Kräfte geworden. Keinem zweiten Opfer der Bestialität klopfen die Herzen der breiten Schichten derart mit Liebe entgegen wie ihm ... Schweigend, in sicherer Kraft und machtvoll zugleich personifiziert er den heute leidenden, morgen siegenden Menschen. Als Proletarier, der die Zukunft trägt, verbindet er in sich körperliche und geistige Fähigkeiten, wuchs er geistig mit der Arbeit und ihren Erfahrungen empor... Seine große Macht über uns, seine Wucht als Symbol liegt hier - nicht in einzelnen hervorragenden Fähigkeiten und Leistungen, sondern in seiner Qualifiziertheit.“

Elfeinhalb Jahre hielten die faschistischen Kerkermeister Ernst Thälmann in Einzelhaft, von der Außenwelt abgeschnitten, man kann sagen eingemauert, elfeinhalb Jahre gequält und gefoltert.

Aber keine Gestapo, keine Erzählungen über die angebliche „Stärke des Hitlerstaates“, keine Meldungen über die zeitweiligen militärischen Erfolge der deutschen Armeen in Frankreich, auf dem Balkan oder in der Sowjetukraine konnten Thälmanns tiefe Überzeugung von der Gewißheit des Sieges der Sowjetunion und der fortschrittlichen Kräfte erschüttern. Als ein Kriminalrat der Gestapo an Hand der deutschen Pressemeldungen über die Sowjetunion den Zusammenbruch des Sowjetstaates prophezeite, antwortete ihm Ernst Thälmann einfach: „Die Sowjetunion besteht schon 20 Jahre. Das Dritte Reich wird nicht so lange bestehen.“ Und als die deutschen Truppen vor Moskau und Leningrad standen, fragte ein Gestapowächter Thälmann in höhnischem Ton: „Nun, was sagen Sie jetzt? Sowjetrußland ist erledigt!“ Da antwortete Thälmann: „Stalin bricht Hitler das Genick!“

Während Paul Löbe und Severing vor Göring kapitulierten und für ihr Verhalten Pension bezogen, blieb Thälmann standhaft. Er gab nicht nur den deutschen Arbeitern ein Beispiel, er ermutigte auch durch seine Standhaftigkeit die heldenhaften Kämpfer des Thälmann-Bataillons, die in Spanien mit der Waffe gegen die deutschen Interventen und spanischen Faschisten kämpften.

Wer die Freude hatte, mit Ernst Thälmann zusammen zu arbeiten, der weiß, daß Ernst Thälmann der Freund der einfachen Menschen, der Freund der armen Leute, der Freund des schaffenden Volkes war. Schon von früher Kindheit an mußte er sein tägliches Brot selbst verdienen. Als Hafenarbeiter mußte er schwer arbeiten. Aber gerade dadurch war er so eng verwachsen mit der Arbeiterklasse.

Schon im Alter von 16 Jahren trat Ernst Thälmann der Sozialdemokratischen Partei und der Freien Gewerkschaft bei. Er hat in der Tat seit seiner Jugend gegen den deutschen Imperialismus gekämpft. Bereits im Jahre 1908 gehörte er einem antimilitaristischen Jugendzirkel an. Als damals das Linienschiff Karl der Große" auf der Werft Blohm und Voß in Hamburg vor Anker lag, stellten die jugendlichen dieses Zirkels Flugblätter her, und der junge Thälmann beteiligte sich aktiv an der Verteilung. Am 4. August 1914 trat Ernst Thälmann in den Kreisen der Hamburger Arbeiter gegen die Kriegskreditbewilligung durch Freunden in Verbindung und erhielt linksradikale Flugblätter, die er unter den Soldaten weiterverbreitete. Ernst Thälmann, der Hamburger Transportarbeiter, wurde schon in jungen Jahren zum Vertrauensmann, zum treuen Freund, der Hamburger Arbeiter. Schon 1912 wählten sie ihn als ihren Delegierten zum Verbandstag.

Auf das innigste war Thälmann mit dem Denken und Fühlen des arbeitenden Volkes verbunden. Vertrauensvoll wandten sich die Hamburger Hafenarbeiter, die Werktätigen im Berliner Wedding wie die Bergarbeiter mit ihren Sorgen und Nöten an Teddy, wie sie ihn freundschaftlich nannten. Ernst Thälmann wuchs und entwickelte seine großen Fähigkeiten im Kampfe um die ideologische Festigung der KPD und ihre engere Verbindung mit den Massen des arbeitenden Volkes. Er leitete die Parteikader an, durch die lebendige Verknüpfung des aktiven Kampfes mit dem gründlichen Studium der Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin zu echten kommunistischen Kämpfern zu werden. Als bewährter Arbeiterführer wurde Ernst Thälmann 1924 zum Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands und 1925 zum Vorsitzenden des Zentralkomitees der KPD gewählt.

Ernst Thälmann trat weniger durch Parlamentsreden hervor. Umso mehr trat er in den Versammlungen der Werftarbeiter Hamburgs, der Bergarbeiter des Ruhrgebiets, der Metallarbeiter Berlins auf. In den Arbeitervierteln des Weddings und Neuköllns, im Hafenviertel von Hamburg, in den Bergarbeiterdörfern des Ruhrgebiets sprach er mit den einfachen Menschen, kümmerte sich um ihre Nöte, vertrat ihre Forderungen. Auf Grund dieser tiefen Kenntnis der Nöte und Forderungen der Bevölkerung organisierte er den Kampf der Arbeiterklasse und des schaffenden Volkes um Lohn und Brot, gegen die kapitalistische Ausbeutung, für ein besseres Leben des Volkes.

Ernst Thälmann war nach August Bebel und Karl Liebknecht der populärste Arbeiterführer Deutschlands, ein Volkstribun neuen Typus. Während Karl Liebknecht im Herbst 1914 den Kampf gegen den imperialistischen Krieg und gegen die herrschenden Kriegsverbrecher im eigenen Lande proklamierte und damit in der Zeit, der tiefsten Erniedrigung der deutschen Arbeiterbewegung durch die Kriegskreditbewilligung der Sozialdemokratie die Ehre der deutschen Arbeiterbewegung rettete, schmiedete Ernst Thälmann die Massenpartei der deutschen Arbeiterklasse zur Führung des Kampfes gegen Imperialismus und Knechtschaft, für den Sozialismus. Karl Liebknechts Losungen wurden noch nicht getragen von der Kraft einer Arbeiterpartei, sondern nur von der Spartakusgruppe, dem weitblickendsten Teil der deutschen Arbeiterschaft. Die Kommunistische Partei Deutschlands wurde erst am 30. Dezember 1918 gegründet. Sie entwickelte sich unter großen inneren Schwierigkeiten. Erst Ernst Thälmann schmiedete die Partei zu einer einheitlichen Partei der Arbeiterklasse, die geleitet wurde von der Theorie des Marxismus-Leninismus.

In Ernst Thälmann waren die guten Traditionen der deutschen Arbeiterbewegung verkörpert, die Kampffreudigkeit aus der Zeit des Sozialistengesetzes, der Kampf für die Reinhaltung der Lehren von Marx und Engels, der Kampf gegen den preußischen Militarismus, wie der Heroismus von Karl Liebknecht und der streikenden Munitionsarbeiter von 1917/18. In der Arbeit Ernst Thälmanns waren diese wertvollen Erfahrungen mit den Lehren.

Lenins und Stalins verbunden. Marx und Engels hatten auf der Grundlage des wissenschaftlichen Sozialismus die selbständige Arbeiterbewegung in Deutschland geschaffen, die später in der Periode des Imperialismus, bei Beginn des ersten Weltkrieges, von der sozialdemokratischen Führung verraten worden war. Das geschichtliche Verdienst Ernst Thälmanns besteht darin, daß er die unter der Führung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründete Kommunistische Partei Deutschlands zur revolutionären Massenpartei entwickelte, daß er als erster systematisch die Lehren von Lenin und Stalin in die deutsche Arbeiterbewegung und in das deutsche Volk trug.

Ernst Thälmann studierte unermüdlich die Werke von Marx, Engels, Lenin und Stalin. Er studierte die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung und die großen Erfahrungen Lenins und Stalins in der Strategie und Taktik des Befreiungskampfes der Arbeiterklasse. Sein Studium der kapitalistischen Krisen den Jahren 1929 und 1930 die sozialdemokratische Theorie über die Stabilisierung des Kapitalismus rechtzeitig zu widerlegen und der Arbeiterschaft eine richtige Darstellung der Entwicklung der Krisen zu geben. Sein gründliches Studium der Theorie des Imperialismus ermöglichte es Ernst Thälmann rechtzeitig der Bevölkerung vorauszusagen, daß die Revanchepropaganda und die Rassenhetze zum Krieg und zum Ruin Deutschlands führen. Sein gründliches Studium der Theorie des Marxismus-Leninismus ist beispielgebend für jeden Funktionär der Arbeiterbewegung, der auf Grund der wissenschaftlichen Lehre Lenins und Stalins die Entwicklung voraussehen muß, um den richtigen Weg zu gehen. Man kann sagen, daß Ernst Thälmann das große Verdienst gebührt, daß er die vom deutschen Sozialdemokratismus verfälschte marxistische Lehre, die Lenin wiederherstellte und weiterentwickelte, der deutschen Arbeiterschaft und den fortschrittlichen Kräften der deutschen Intelligenz vermittelt hat.

Nachdem Ernst Thälmann im Jahre 1925 zum Vorsitzenden des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands gewählt worden war, kämpfte er darum, die Partei der Arbeiterklassen zu einer marxistisch-leninistischen Partei zu entwickeln. Ich möchte nicht verschweigen, daß es Ernst Thälmann und der Führung der Kommunistischen Partei Deutschlands noch nicht gelungen war, die Leninsche Taktik des konsequenten demokratischen Kampfes sich zu eigen zu machen. Diese Fehler und Schwächen der damaligen Kommunistischen Partei Deutschlands wurden auf der Konferenz der Kommunistischen Partei Deutschlands im Jahre 1935 durch das Referat von Wilhelm Pieck korrigiert.

In der Zeit der Weimarer Republik, als die imperialistischen ,deutschen Konzernherren, Bankherren und Großgrundbesitzer ihre Machtpositionen ausbauten und mit Hilfe Stresemanns ihre Revanchepolitik entwickelten, als die sozialdemokratischen Führer ihre Treue zu Hindenburg bekundeten, da war es Ernst Thälmann, der dem deutschen Volk die Wahrheit sagte. In einem Flugblatt schrieb Ernst Thälmann damals:

„Jene Prophezeiungen über die zu erwartende »normale«, »gesunde« Entwicklung des kapitalistischen Systems und der kapitalistischen Weltwirtschaft, wie sie z. B. der Theoretiker der deutschen Sozialdemokratie, Hilferding, auf dem Kieler Parteitag der SPD verkündete, sind inzwischen durch die geschichtlichen Tatsachen in ihrer ganzen Lächerlichkeit entlarvt. Der Silberstreifen am Horizont, wie ihn der damalige Führer der deutschen Bourgeoisie, Stresemann, vom Dawes-Plan erwartete, die goldenen Strahlen der Dollarsonne', die der Vorwärts' beim Beginn der Dawes-Ära den deutschen Werktätigen versprach, - alles hat sich als Lug und Trug erwiesen.“

Die faschistische Reaktion rüstete damals zum entscheidenden Schlag der Vernichtung der Reste der Demokratie. Große Teile der Arbeiterschaft standen damals noch im Banne bürgerlichparlamentarischer Illusionen. Sie hofften, mit Hilfe des Staatsgerichtshofes demokratische Rechte verteidigen zu können. Ernst Thälmann sagte ihnen damals, das freie Wahlrecht genüge nicht, wenn das werktätige Volk nicht reale Machtpositionen in der Hand hat. Die faschistischen Elemente nutzten die sozialdemokratische Auffassung von der so genannten „Unparteilichkeit“ des bürgerlichen Staates aus und eroberten legal Position um Position. Einer der Führer der Sozialdemokratie, Herr Severing, befürwortete sogar, der Hitlerpartei Regierungssitze zu geben. Er schrieb im „Vorwärts“ vom 30. April 1932:

„Ist es nicht begreiflich, wenn sich der lebhafte Wunsch regt, nunmehr den Nationalsozialisten Gelegenheit zu geben, ihre Worte mit den harten Tatsachen in Einklang zu bringen? Indes muß der Wunsch an eine Voraussetzung geknüpft bleiben: Der Schaden, der aus einem solchen Experiment erwächst, darf nicht irreparabel sein.“

Wenige Tage vorher hatte die Redaktion des „Vorwärts“ am 25. April geschrieben:

„Ohne Rücksicht auf staatsrechtliche Erwägungen kann es ein Gebot der politischen Klugheit sein, sie (die NSDAP) an, die Macht heranzulassen.“

Auf dem Berliner antifaschistischen Einheitskongreß vom 10. Juli 1932 sagte Ernst Thälmann zu dieser Auffassung folgendes:

„Es gibt keinen größeren und schamloseren Betrug an den Massen, als wenn man ihnen erzählt. Die Faschisten werden sich schon abwirtschaften, laßt sie nur regieren.

Jene Parole des »Ranlassens«, wie sie Severing seinerzeit prägte, muß aufs schärfste gebrandmarkt und zurückgewiesen würden. Sie ist ein Schlag ins Gesicht jedes Antifaschisten, genau so wie das Wort Severings in seiner Nienburger Rede, wo er der Papen-Regierung bestätigte, daß sie gute Patrioten und von dem guten Glauben an den Erfolg ihrer Arbeit beseelt seien'. Auch das ist ein Schlag ins Gesicht aller antifaschistischen sozialdemokratischen Arbeiter.“

Gegenüber der verhängnisvollen Kapitulationspolitik der sozialdemokratischen Führer proklamierte Ernst Thälmann den Kampf um die nationale und soziale Befreiung des deutschen Volkes. Ernst Thälmann war es, der die Partei darauf hinwies, daß man gegen den Hitlerfaschismus nur erfolgreich kämpfen kann, wenn man die nationale Demagogie der Hitler und Goebbels entlarvt, Ernst Thälmann warf die Frage auf, ob die Partei die leninistische Linie in der Frage der Außenpolitik, der Stellungnahme gegen das Versailler System und den Young-Plan kühn und ohne Hemmnis anwendet. Und er antwortete:

„Man muß einmal aussprechen, Genossen, es gibt solche unleninistische Stimmungen in unseren Reihen, als ob wir auf unsere Rolle von Versailles bis heute als einzige Partei des entschlossenen und ehrlichen Kampfes für die nationale Befreiung des werktätigen deutschen Volkes nicht stolz zu sein hätten, als ob darin ein Widerspruch zu unserer Einstellung des proletarischen Internationalismus zu sehen sei.“

Und Thälmann sagte weiter, daß die Hemmungen in der Frage des nationalen Freiheitskampfes schnell und restlos überwunden werden müssen.

Unermüdlich erklärte Ernst Thälmann den werktätigen Massen die Gefahr des Faschismus und des Krieges. Schon in seiner Rede am 10. Juni 1929 sagte er, daß noch nie die faschistische Gefahr so groß war. Er verwies auf den faschistischen Umsturz in Jugoslawien, die Einsetzung der Oberstenregierung in Polen, die faschistische Bewegung in Österreich und erklärte:

„Wir sehen auch eine steigende faschistische Bewegung, in Deutschland, eine Entwicklung des Werkfaschismus, der faschistischen Wehrorganisationen, den Gewinn der Nationalsozialisten bei den sächsischen Wahlen. Verschieden sind die Formen und Methoden, wie der Faschismus in den verschiedenen Ländern zur Herrschaft zu gelangen sucht, aber überall tritt er nicht nur als stärkstes Mittel der Unterdrückung der Arbeiter, sondern als Wegbereiter für den Krieg gegen die Sowjetunion auf.“

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Und im Dezember 1931 schrieb Ernst Thälmann zur Begründung des nationalen und sozialen Befreiungsprogramms, das von der Kommunistischen Partei Deutschlands dem werktätigen Volk als Grundlage zur Einigung aller Kräfte vorgeschlagen worden war:

„Wir müssen die zügellose Kriegsrüstungs- und die Abenteuerpolitik des deutschen Faschismus, seine mörderische Hetze für den Interventionskrieg gegen die Sowjetunion wie auch für den Revanchekrieg entlarven.“

Im Sinne der Lehre Lenins und Stalins über die nationale Frage forderte Thälmann, daß keine Nation unterdrückt werden dürfe, und fuhr fort:

„Wir sind die einzige Friedenspartei, die einzige Partei, die alle Grundfragen der deutschen und der internationalen Politik ohne Eroberungskrieg und Bedrohung fremder Völker lösen kann.“

Ernst Thälmann war der einzige wirklich nationalbewußte Politiker, der erkannt hatte, daß die nationalen Interessen des deutschen Volkes niemals durch eine Anbiederung an die imperialistischen Regierungen Englands, der USA und Frankreichs gelöst werden können. Seine Kenntnis der Leninschen Theorie über den Imperialismus hat ihn befähigt, zu erkennen, daß die deutsche Nation nur eine Zukunft hat, wenn das deutsche Volk sich von den aggressiven imperialistischen Machthabern im eigenen Lande befreit und entschlossen den Weg des Fortschritts und der Freundschaft mit der Sowjetunion beschreitet. Das tiefe nationale Empfinden Ernst. Thälmanns war verbunden mit wahrem Internationalismus, mit tiefer Liebe zur Sowjetunion und dem Führer des Sowjetvolkes und aller friedliebenden Kräfte in der Welt, Genossen Stalin. Es gibt keine Rede Ernst Thälmanns, in der er nicht über die Sowjetunion sprach und Lehren zog aus der marxistisch-leninistischen Theorie.

Deutschland durch die tiefste Krise erschüttert wurde, zeigte Ernst Thälmann den Volksmassen den Gegensatz zwischen Krise, Erwerbslosigkeit, Ruin der werktätigen Bauernschaft in den kapitalistischen Ländern und der Beseitigung der Arbeitslosigkeit, dem Bau neuer gigantischer Werke der Industrie und Landwirtschaft und dem Triumph des Sozialismus durch die Verwirklichung des Fünfjahrplans in vier Jahren in der Sowjetunion. So war Ernst Thälmann der große Verkünder der Wahrheit über die Sowjetunion. Mit glühender Begeisterung bemühte er sich, das deutsche Volk zu überzeugen, daß der Weg zu einer, glücklichen Zukunft nur in fester Verbundenheit mit dem Land des Fortschritts, mit der Sowjetunion, möglich ist. Als im Jahre 1932 der Gegner die Antisowjethetze steigerte, erklärte Ernst Thälmann:

„Wir kennen ein Land, in dem es keinen Faschismus gibt, wo es undenkbar wäre, daß faschistische Meuchelmörder auf den Straßen der Arbeiterviertel ihr blutiges Handwerk ausüben könnten wie in Deutschland: das ist die Sowjetunion.

Dieses Land, in dem es keine Erwerbslosigkeit gibt, zeigt den Proletariern aller Länder das große Beispiel des revolutionären Auswegs und des Aufbaus des Sozialismus.

So fühlen wir uns in unserem antifaschistischen Kampfe aufs engste verbunden mit dem internationalen Proletariat. Der Kampf gegen den Faschismus ist zugleich der Kampf für die Verteidigung der Sowjetunion, das ist zugleich aktive Solidarität mit den vom Faschismus blutig unterdrückten Klassenbrüdern in Italien, Polen und auf dem Balkan.“

Thälmann war sich bewußt, daß das Entscheidende ist, Arbeiterschaft zu überzeugen und zu einigen. Unermüdlich erklärte er den Arbeitern, wie sie im Betrieb, in Stadt und Dorf einheitliche Kampffront verwirklichen können. Auf dem Plenum des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands am 18. Januar 1931 sagte Ernst Thälmann über den Kampf gegen den Faschismus:

„Vor der Partei steht die Aufgabe, zu verhindern, daß der Nationalismus in die Arbeiterklasse eindringt und darüber hinaus die Aufgabe der Gewinnung und Losreißung der irregeführten nationalistischen Arbeiter, Angestellten und Werktätigen.“

Er gab bis ins einzelne gehende Anweisungen und Ratschläge, wie das arbeitende Volk seine demokratischen Rechte, die Versammlungs-, Demonstrations- und Pressefreiheit verteidigen und die Gewerkschaftshäuser und andere Einrichtungen der Arbeiterorganisationen gegen den Terror der SA-Banden schützen soll. Im Juli 1932 führte Ernst Thälmann eine Beratung mit sozialdemokratischen Arbeitern durch, die 21 Fragen an ihn gestellt hatten. Er erklärte ihnen die Änderung in der Lage und die Notwendigkeit der Einheitsfront, der gemeinsamen antifaschistischen Aktion. Auf die Frage der Sozialdemokraten, ob die Kommunisten die Einheitsfront ehrlich meinen, antwortete Thälmann:

„Angesichts der drohenden Gefahr, daß aus Deutschland ein Land des Galgens und des Scheiterhaufens wird, sollten wir Kommunisten die antifaschistisch-proletarische Einheitsfront nicht ehrlich meinen?“

Und er fügte hinzu:

„Die antifaschistische Aktion ist ein überparteiliches Sammelbecken für alle zum rücksichtslosen Kampf gegen den Faschismus gewillten Arbeiter. Sie ist keine Organisation, sondern eine Massenbewegung. Sie ist der Strom, in den all die kämpferischen Kräfte einmünden, die wirklich den Kampf, den Massenkampf gegen die jetzige Regierung, welche die unmittelbare Aufrichtung der faschistischen Diktatur betreibt, durchführen wollen.“

Ernst, Thälmann erklärte, daß die Kommunisten keine besonderen Bedingungen für die Bildung der Einheitsfront stellen.

Als im Juli 1932 die Preußenregierung durch den Staatsstreich des Herrn von Papen abgesetzt wurde, schlug Ernst Thälmann den Vorständen der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften den Generalstreik vor. Die sozialdemokratischen jedoch wandten sich gegen Massenaktionen, da es nach ihrer Meinung notwendig sei, „an den Staatsgerichtshof zu appellieren“ und das „Ergebnis der nächsten Wahlen abzuwarten“.

Und als am 30. Januar 1933 Hindenburg, der mit den Stimmen Sozialdemokratie zum Reichspräsidenten gewählt worden war, dem Banditen Hitler die Regierung übergab, da war es Thälmann, der sich in der Stunde der größten Gefahr für die deutsche Arbeiterschaft und das deutsche Volk an die Vorstände der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften wandte mit der Aufforderung, durch die gemeinsame Aktion mit allen geeigneten Mitteln die Hitlerregierung zu stürzen, so wie es im Jahre 1920 anläßlich des Kapp-Putsches mit Erfolg geschehen war.

Die deutsche Arbeiterklasse und die antihitlerischen Kreise im deutschen Volk haben damals nicht die Kraft aufgebracht, die Machtergreifung des Faschismus zu verhindern. Der Nazismus vermochte die deutsche Arbeiterklasse nochmals zu spalten, indem er die Krisennot, den Verrat der sozialdemokratischen Führer und den Bankrott der bürgerlichen Parteien ausnutzte und den Massen durch die Rüstungsproduktion einen Ausweg vorspiegelte. Sektiererische Fehler und Schwächen in ihrer Politik hinderten die Kommunistische Partei Deutschlands daran, die antifaschistische Einheitsfront entgegen aller Widerstände herbeizuführen.

Die in die Illegalität getriebenen Organisationen der KPD kämpften gemeinsam mit sozialdemokratischen Gruppen, mit demokratischen Intellektuellen gegen die faschistische Barbarei. Die Kader, die Ernst Thälmann im Geiste des Marxismus-Leninismus erzogen hatte, blieben selbst unter den furchtbarsten Mißhandlungen standhaft. Die meisten der engeren Mitarbeiter Ernst Thälmanns wurden von den faschistischen Henkern ermordet: Jonny Scheer, Edgar André, Fiete Schulze, August Lüttgens und viele, viele andere. Viele deutsche Antifaschisten kämpften in den Reihen des Thälmann-Bataillons in Spanien.

Und als die deutschen Faschisten die Sowjetunion überfielen, setzten deutsche Kommunisten ihr Leben ein und kämpften als Partisanen im damaligen Hinterland von Minsk, in Ostpreußen, in Polen und Schlesien.

Selbst nach jahrelanger Kerkerhaft fühlte sich Ernst Thälmann noch lebendig mit dem Kampf der Arbeiterklasse in Deutschland verbunden. In den Notizen Ernst Thälmanns, die er im August 1938 im Kerker schrieb, lesen wir die folgende vorausschauende Beurteilung der Lage:

„Es besteht die Gefahr, daß Hitler um jeden Preis einen Krieg heraufbeschwören wird; das würde für Deutschland furchtbar werden. Der Krieg würde wahrscheinlich lange dauern, aber Deutschland würde Schlachtfeld werden. Wenn der Krieg ausbricht, so haben wir in Deutschland nur eine Möglichkeit, den vollkommenen Ruin und die Vernichtung Deutschlands aufzuhalten: Das ist der Sturz der Kriegsverbrecher durch das deutsche Volk.“

Die deutsche Arbeiterklasse brachte nicht die Kraft auf, sich selbst und ihren Führer Ernst Thälmann zu befreien.

An seine liebe Lebensgefährtin Rosa schrieb Ernst, Thälmann in einem Brief aus dem Kerker:

„Mut, liebe Rosa, heute mehr noch als jemals ... In solchen Stunden sind Mut, innere Stärke unschätzbare Mittel zur Festigung des menschlichen Willens und der eigenen Kraft. Daß Du so hoffnungsfrohen Muts bist, erfüllt mich mit Freude und macht mir mein Los leichter.“

Am 14. Januar 1937 antwortete er auf einen Brief seiner Frau:

„Dein Hineindenken in meine Lage, unser reiches, gemeinsames Erleben, das ist durch diesen Brief so lebendig geworden und hat mich froh gemacht, wie seit langem nicht ... Totenstille umgibt mich. Mein Blick fällt durchs Fenster, und ich denke an die liebe Heimatstadt.“

Und dann folgen jene wahrhaft großen Sätze, die den Menschen und den Politiker gleichermaßen hinausheben über sich selbst:

„Mir ist mein Weg vorgeschrieben und wenn er noch so hart ist. Die tägliche Erniedrigung und Entwürdigung ist ein schrecklicher Zustand. Aber dieser Kampf ist mein Schicksal.“

Georgie Dimitroff berichtete nach seiner Befreiung durch die Sowjetregierung:

„Ich habe Thälmann während meiner Haft dreimal gesehen, zweimal davon konnte er mich nicht sehen, aber das drittemal, im Oktober, während des Berliner Abschnittes des Prozesses, hat er auch mich erblickt. Ich sah ihn vom Korridor aus in seiner Zelle. Ich habe ihn begrüßt, und er hat mir geantwortet. Er war sehr mutig. Trotz seiner schweren Haft. Die letzten Nachrichten über seine Behandlung sind sehr bedenklich. Man wird jedenfalls versuchen, ihn physisch zu vernichten. Man muß sich vor Augen halten, daß die Befreiung Ernst Thälmanns und der anderen deutschen Genossen viel schwieriger sein wird als unsere Befreiung.“

Ernst Thälmann wurde von der Hitlerbande selbst im Kerker gefürchtet, denn sein Name blieb das Symbol des unerschrockenen Kampfes gegen den faschistischen deutschen Imperialismus und Militarismus, für Frieden, Freiheit und eine bessere Zukunft des Volkes. Als der Hitlerfaschismus durch die Schläge der Sowjetarmee tödlich verwundet wurde und die Hitlerclique bereits fühlte, daß ihr Ende bevorstand, organisierte sie die Ermordung Ernst Thälmanns. Durch die Ermordung Ernst Thälmanns wollte sie Angst und Schrecken verbreiten und verhindern, daß der große Volkstribun noch befreit wird.

Die Ermordung Ernst Thälmanns war planmäßig vorbereitet. 1943 war Ernst Thälmann vom Gefängnis in Hannover nach dem Gefängnis in Bautzen geschafft worden. Als die Hitlerclique die Ermordung Ernst Thälmanns beschlossen hatte, suchte sie zunächst ihr Verbrechen zu verschleiern. Deshalb verhaftete die Gestapo Thälmanns Frau und treue Lebensgefährtin Rosa und seine Tochter Irma. Dadurch sollte das Verbrechen einige Zeit geheim gehalten werden. Thälmann wurde aus dem Ge­fängnis in Bautzen insgeheim abtransportiert und von der Gestapo ermordet. Der Öffentlichkeit wurde jedoch mitgeteilt, daß Ernst Thälmann bei einem englisch-amerikanischen Bomben­angriff auf das Konzentrationslager Buchenwald ums Leben gekommen sei. Mit der Ermordung Ernst Thälmanns versetzten die Hitlerbestien noch vor ihrem Untergang der deutschen Arbeiterklasse und dem deutschen Volk den schwersten Schlag.

Ernst Thälmanns Voraussage, daß das heroische Sowjetvolk den deutschen Faschismus vernichten werde, ist zur Wirklichkeit geworden. Unter der Führung des von Ernst Thälmann hoch verehrten Generalissimus Stalin wurden die Hitlerarmeen geschlagen und in einem Drittel Deutschlands die Grundlagen einer friedlichen demokratischen Entwicklung geschaffen. Ernst Thälmann konnte den Sieg nicht miterleben. Sein Werk wurde fortgeführt von Wilhelm Pieck. Unter der Führung von Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl wurde die Einheit der Arbeiterklasse verwirklicht und die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, die sich leiten läßt von der wissenschaftlichen Lehre von Marx, Engels, Lenin und Stalin, geschmiedet.

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands wird in engster Freundschaft mit der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) und den Arbeiterparteien der anderen Länder das Werk vollenden, für das unser Ernst Thälmann seine ganze Kraft einsetzte und sein Leben hingab. Die Führung und die Mitglieder der großen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands werden von der gleichen tiefen Freundschaft zu Genossen Stalin, zu dem weisen Führer und Lehrer der Sowjetunion und der fortschrittlichen Menschheit erfüllt sein, wie es Ernst Thälmann war.

„Wir geloben, im Geiste Ernst Thälmanns zu kämpfen für die nationale Einheit Deutschlands und für den Frieden!“

„Wir geloben, im Geiste Ernst Thälmanns alles in unseren Kräften Stehende zu tun, um die Einheit der Arbeiterklasse in ganz Deutschland zu schmieden!“

„Wir geloben, im Geiste Ernst Thälmanns unermüdlich zu wirken für die unverbrüchliche Freundschaft mit allen friedliebenden Kräften in der Welt!“

„Wir geloben, im Geiste Ernst Thälmanns zu kämpfen für Demokratie und Sozialismus, für eine glückliche Zukunft unseres Volkes in einem einigen Deutschland!“