Ernst Thälmann - Kurzfassung:

Ende August 1944 wurde Ernst Thälmann im Auftrage von Hitler­Göring durch SS-Banditen ermordet. Elfeinhalb Jahre war er in der Einzelhaft der Nazizuchthäuser drangsaliert worden. Wo in der ganzen Welt von dem Kampf deutscher und ausländischer Antifaschisten gegen das barbarische Naziregime gesprochen wurde, nannten Arbeiter, Bauern, Jugend und Geistesschaffende den Namen Ernst Thälmann. Er wurde zum Inbegriff des unerschrockenen und kompromißlosen Kämpfers gegen die Blutherrschaft der Hitlerbande. Wer war Ernst Thälmann? je mehr Jahre vergehen, um so geringer wird die Zahl der Menschen, die noch ein lebendiges Bild von dem Arbeiterführer Ernst Thälmann haben. Eine neue Generation ist herangewachsen, die vom Leben und Kampf dieses wahren deutschen Volkstribunen kaum mehr weiß, als daß er von der Gestapo eingekerkert und ermordet wurde.

Ernst Thälmann war ein sozialistischer Kämpfer und Agitator mit hohen politischen und menschlichen Qualitäten. Gerade das macht auch seinen schnellen Aufstieg zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands und zum populären Führer des werktätigen Volkes verständlich. Sein hartnäckiger und unversöhnlicher Kampf galt den Ausbeutern und Unterdrückern der arbeitenden Menschheit, galt der junkerlichen und großkapitalistischen Reaktion und ihren Agenten in den Reihen der Arbeiterklasse. Immer wieder zeigte er in Reden und Artikeln den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Agitation Hitlers und den Profitinteressen der deutschen Monopolkapitalisten auf. Die Entlarvung der Hitlerpolitik als die Vorbereitung des Krieges machte er zur wichtigsten Aufgabe der revolutionären Sozialisten.

Ernst Thälmann wußte aber auch, daß die Arbeiterbewegung sich des Faschismus nur erwehren kann, wenn sie eine Einheit ist und eine einheitliche Führung hat. Man muß den sozialdemokratischen Arbeitern die Bruderhand reichen, war seine ständige Mahnung. Unermüdlich wirkte er in der Partei und in den Massenorganisationen für die einheitliche antifaschistische Aktion aller Schaffenden. Nur die Einheitsfront gegen den Faschismus sichert dem deutschen Volke den Frieden.

Als die Hitlerbande die Arbeiterorganisationen zerschlug und Jagd auf die Arbeiterfunktionäre machte, fiel ihr auch Ernst Thälmann in die Hände. Die Goebbels-Presse triumphierte. Sie schrie von einem Monstreprozeß, durch den der Kommunismus in Deutschland restlos vernichtet werden sollte. Der Prozeß hat aber nie stattgefunden. In strengster Isolierung, abgeschlossen von seinen mitgefangenen Genossen, führte Ernst Thälmann, allein auf sich gestellt, einen bewundernswürdigen Kampf gegen die Nazijustiz und gegen alle faschistischen Versuche ihn körperlich und geistig zu zermürben. Alle Bemühungen der Nazibanditen, den aufrechten, stolzen Arbeiterführer Ernst Thälmann niederzuzwingen, scheiterten an seinem unbeugsamen Willen. Als 1941 Gestapobeamte Ernst Thälmann die Nachricht von dem Überfall auf die Sowjetunion brachten, schleuderte er ihnen den einen Satz ins Gesicht: „Stalin bricht Hitler das Genick!“

Drei Jahre später wurde Ernst Thälmann ermordet. Die Furcht vor seiner Popularität bei den werktätigen Massen steckte den Massenmördern so in den Knochen, daß sie es nicht wagten, den Mord an ihm einzugestehen. Ernst Thälmann ist unter Mörderhand gefallen. Doch was er in seiner jahrzehntelangen gewerkschaftlichen und politischen Tätigkeit geschaffen hat, lebt weiter. Es lebt die einheitliche sozialistische Partei, es lebt die Massenorganisation einheitlicher freier Gewerkschaften, es lebt das kühne Beispiel des antifaschistischen und antiimperialistischen Kampfes, es lebt der Wille zum Sozialismus.