Interview vom 14.02.2002

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Sie haben schon recht früh mit Ihrer Karriere begonnen, wie sind Sie eigentlich dazu gekommen, Fernsehmoderatorin zu werden?
Das ist 'ne Frage, die ich hasse. Weil, zum einen mache ich keine Karriere, zum anderen mache ich einen ganz normalen Job, so wie andere Leute an der Fleischtheke stehen, nur dass mir andere Leute dabei zuschauen und eine Verkäuferin nicht so interessant ist für die Medien. Das war auch so ein ganz blöder Zufall irgendwie. Also, ich wollte nie Moderatorin werden, geschweige denn ins Fernsehen.

Sie haben eigentlich Schauwerbegestalterin gelernt?
Ich bin Dekorateurin und fühle mich dazu auch immer noch berufen.

Sie sind dann aber doch Viva-Moderatorin geworden, wie kamen Sie dorthin?
Das war irgendwie so ein Zufall. Ich red nicht gerne drüber und das ist halt passiert.

Den meisten Menschen wurden Sie als Viva-Moderatorin bekannt, dann haben Sie Bravo TV moderiert, was machen Sie eigentlich zur Zeit?
Im Moment privatisiere ich und ich dreh kleine Beiträge für "Pur", sechs Folgen, ein paar sind schon gelaufen. In "Pur" habe ich eine Rubrik und da beschäftige ich mich mit lustigen Dingen, die man in der Freizeit tun kann oder mit kleinen Lebenshilfen oder mit Tipps für eine Party oder wie man aus alten Klamotten Neue macht. Und das ist so ganz nach meinem Geschmack.

Was ist "Pur"?
"Pur" ist eine Kindersendung, die kommt im ZDF immer samstags um 12.10 Uhr.

Sie haben sich auch einen Namen in der Musikwelt gemacht, haben eine Single herausgebracht "DABA DABA DAB", in letzter Zeit hat man in dem Bereich von Ihnen aber nichts mehr gehört.
Ich mach seit acht Jahren Musik und damals war's halt so, dass eine Single mal veröffentlicht wurde. Es gibt 'ne ganze Menge Songs, die ich gesungen hab, aber da Deutschland nicht so kompatibel ist für französischsprachige Musik, hat sich dieser Plattenvertrag im Moment aufgelöst und ich bin halt im Moment auch nicht so bestrebt, wieder einen zu bekommen, weil Deutschland doch ein sehr schwieriger Markt ist in der Hinsicht.

Ihre Musik betreiben Sie weiter, singen Sie zu Hause oder treten Sie in Cafés auf?

Im Moment mache ich gar nichts. Im Moment privatisier ich nur.

Neben Ihrer Privatisierung, pflegen Sie da in Ihrer Freizeit auch Hobbies?

Das weiß ich gar nicht. Freizeit hat man ja nur, wenn man arbeitet, und da ich nicht arbeite, würde ich den Zustand, in dem ich mich gerade befinde, gar nicht als Freizeit bezeichnen. Ich weiß nicht, ich hab immer zu tun.

Und wovon leben Sie im Moment?

Ich habe ja, als ich die Sachen für Bravo TV gemacht habe, Geld verdient, und auch bei "Pur" verdiene ich ja Geld. Ich bin jetzt auch nicht der Mensch, der sich einen Chauffeur leistet und irgendwie eine ganz teure Wohnung hat und ständig Designerklamotten kauft. Ich komm mit meinem Geld zurecht.

Haben Sie bewusst eine Pause eingelegt, um mal zu verschnaufen und neue Kraft und Ideen zu sammeln?

Ich habe keine Pause. Im Moment lebe ich einfach nur. Und ich würde das nicht als Pause bezeichnen. Nur, weil ich jetzt keine Sendung im Fernsehen hab, bin ich ja trotzdem ein Mensch und tue etwas. Es kann ja auch sein, dass ich Dinge tue, die die Öffentlichkeit gar nicht mitbekommt. Vielleicht arbeite ich ja auch irgendwo, aber das brauch ja keiner wissen.

Sie sind ja bekannt geworden als jugendliche, etwas schrille und vielleicht auch schräge Person, jetzt habe ich aber doch einen anderen Eindruck. Sind Sie dabei ihr Image zu ändern?

Ein Image wird einem immer aufgesetzt. Und ich glaube, Heike Makatsch hört es genauso gern, wenn man ihr immer sagt: "Ja, Sie waren ja früher das Girlie". Es gibt immer Sachen, die werden von der Presse einfach hingeschrieben und dann zieht sich das halt irgendwie durch, wird immer wiederholt und etwas aufgebauscht: Aber ich finde, ich war weder schrill, noch war ich jemals laut und schräg. Und wenn man sich Moderationen von mir wirklich anguckt, auch alte Moderationen, ich bin eigentlich ein sehr ruhiger Mensch, der vor der Kamera steht, der sich auch nicht sehr bewegt oder herumhampelt. Also, dieses Typische, das man Viva-Moderatoren nachsagt. Nur durch die roten Haare sehen halt manche Sachen anders an mir aus. Also, zum Beispiel hatte ich mit Alex Bechtel einmal das gleiche Kleid an, sie ist blond, ich bin rothaarig, bei mir sah es lustig und bei ihr sah es sexy aus. Also, ich finde mich weder laut, noch schrill, schräg und auch nicht teenymäßig.

Aber die meisten Menschen sehen Sie doch dennoch so, wie erklären Sie sich das?
Ja, die meisten Leute sagen auch, dass ich schrille Sachen trage. Und das stimmt gar nicht. Ich habe zum Beispiel einen Rock an, der ist von H&M, ich trage ganz normale Schuhe. Ich denke, dass mir dieses Image angehängt wird, weil jeder, der mich kennt, könnte so etwas nicht bestätigen.

Es gibt von Ihnen selten etwas in der Presse zu lesen.
Ja, weil ich keine Interviews gebe. Ja, nicht keine. Aber, ich weiß nicht, was soll ich bei Interviews erzählen. Ich bekomme immer die gleichen Fragen gestellt und die bekam ich schon vor fünf Jahren gestellt und die mag ich nicht mehr beantworten. Wenn ich was Neues mache, dann gibt es einen Grund das zu erzählen, aber meistens wollen die Leute noch mehr wissen und das kann ich ihnen nicht geben.

Sie wollen Ihre Privatsphäre schützen?

Mein Leben ist bestimmt genauso langweilig, wie das einer Fleischverkäuferin, wo wir wieder bei der Verkäuferin wären. Ich stehe jeden Morgen auf, mache bestimmte Dinge, die andere Leute auch machen, also, was ist daran aufregend? Nichts ist daran aufregend. Ich habe ein Leben, wie es jeder andere hat und warum sollte man darüber schreiben. Und ich mach ja auch im Moment keine Dinge, die die Welt bewegen. Also ich habe jetzt keinen Anlass, irgendwelche Dinge breit zu treten, so wie Naddel und Co. Ich muss auch nicht auf jede Partie gehen.
Die Leute können mich gern fotografieren, wenn ich auf Parties bin, die Journalisten kriegen auch immer ihr Bild und bekommen ihr Statement zu dem, was ich da tue, aber das reicht ja auch.

Die rot-pinkenen Haare sind Ihrer Meinung nach auch nicht irgendwie auffällig?

Die hab ich jetzt schon so lange so. Also, ich seh die nicht mehr als rote Haare an, das sind halt meine Haare, andere haben blonde.

Und wieso haben Sie so einen ausgefallenen Namen?

Was ist mit meinem Namen?

Er ist für eine Potsdamerin sehr ungewöhnlich und eigentlich auch unbequem, er läßt sich schwer schreiben und schwer aussprechen.
Wenn ich Sterzinsky heißen würde, wie dieser eine Bischof, dann würden auch alle sagen, wie schreibt man das? Das ist ein polnischer Name, der Mann ist aber gar nicht Pole. Warum soll ich nicht einen holländischen Namen haben? Warum soll ich nicht so heißen? Also, ich weiß nicht, warum ich immer nach meinem Namen gefragt werde. Weil, mein Name ist mein Name, andere denken immer, ich heiß anders, aber das tue ich nicht, das ist wirklich mein Name.

In der Presse stand aber, dass Sie sich diesen Namen selbst gegeben haben.

In der "Bild"-Zeitung stand das einmal. Aber es stimmt nicht. Es stimmt, dass meine Eltern anders heißen, aber das geht ja, dass die Eltern anders heißen als das Kind. Da müsste man sich einfach mal Gedanken darüber machen, und das tun viele nicht. Ich finde es immer schade, dass ich auf meinen Namen reduziert werde.

Was haben Sie für die nächste Zeit geplant?
Im Moment nichts.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Immer wieder geht die Sonne auf.