Attentat des 20. Juli 1944 scheitert

(Wolfsschanze: Stauffenberg und Hitler vor dem Attentat)
Kurzfassung:
Immer mehr Offiziere erkennen den wahren Charakter des Krieges und wollen ihn stoppen. Das Attentat auf das Führerhauptquartier ist ein letzter Versuch, dem sinnlosen Sterben an den Fronten ein Ende zu setzen und Hitler endgültig zu vernichten.
Hohe Wehrmachtsoffiziere unter Führung von Oberst von Stauffenberg (l.) hatten das Attentat vorbereitet. Stauffenberg selbst deponierte die Bombe im Konferenzraum der "Wolfsschanze". Gegen 12.45 Uhr explodierte die Bombe, vier Personen wurden getötet, fast alle Anwesenden erlitten Verletzungen. Hitler , geschützt durch den schweren Tisch, wurde nur leicht verletzt.
Die Attentäter, noch in dem Glauben, Hitler sei tot, begannen in Berlin und Paris mit der Durchführung des "Walküre-Planes", Parteifunktionäre und SS-Einheiten wurden verhaftet und entwaffnet. Als bekannt wurde, daß Hitler überlebt hatte, ließ Oberst Remer, Befehlshaber des Berliner Wachbataillons, das Hauptquartier der Verschwörer stürmen. Gegen 23.00 Uhr wurde das Gebäude eingenommen und die anwesenden Putschisten verhaftet. Generaloberst Beck erschoß sich bei der Festnahme, Stauffenberg, Oberst Albrecht Mertz, General Friedrich Olbricht und Oberleutnant von Haeften wurden sofort durch ein Standgericht zum Tode verurteilt und gegen Mitternacht erschossen.
Ausführlich:
Das Stauffenberg-Attentat auf Hitler:
Insgesamt wurden in den Jahren 1933 bis 1945 11 Anschläge
unternommen, weit mehr wurden geplant; allesamt schlugen sie fehl
oder scheiterten an dem Glück Hitlers oder daran, so der
Reichsrundfunk 1944 nach dem Attentat von 20. Juli, an der
"göttlichen Vorsehung". Vielleicht hatte Hitler auch einen
unbewussten Instinkt für die Situation. Am 1. Juli 1944 wird Graf
Schenk von Stauffenberg Stabschef des Ersatzheeres und bekommt somit
Zugang zu den Lagebesprechungen im Führerhauptquartier. Diese
Situation kann Stauffenberg nun nutzen, um nicht nur das Attentat
auf Hitler zu leiten, sondern es auch selbst auszuführen. Am 11.
Juli fliegt er, mit einer Bombe in der Aktentasche zum Obersalzberg,
zündet sie jedoch nicht, da SS-Führer Himmler nicht anwesend ist. Am
15.Juli im Rastenburger Hauptquartier, bricht Hitler die
Lagebesprechung vorzeitig ab.
Am 20.Juli scheint der Plan
endlich zu gelingen. Stauffenberg trifft gegen Mittag im
Hauptquartier "Wolfsschanze" ein, schärft die Bombe in seiner
Aktentasche und stellt sie an ein Bein des großen eichernen
Kartentisches im Lageraum. Er verlässt den Raum und kurz nach der
Explosion das Hauptquartier und fliegt nach Berlin. Als er um 16:30
Uhr im Oberkommando des Ersatzheeres in der Bendlerstraße eintrifft,
erfährt er, daß die ersten "Walküre"-Befehle erst gegen 16 Uhr
ausgegeben wurden, obwohl die Meldung von dem Attentat bereits um 13
Uhr dort eingetroffen, aber nicht an die Verschwörer weitergegeben
worden war.
Inzwischen hat General Fromm, der Oberbefehlshaber des Ersatzheeres, von Generalfeldmarschall W.Keitel aus der Wolfsschanze erfahren, dass Hitler bei dem Attentat nur leicht verletzt wurde. Er weiss zwar von den Plänen zum Staatsstreich, ist aber durch die Mitteilung Keitels unsicher geworden und protestiert dagegen, dass sein Stabschef Oberst Merz von Quimheim, in seinem Namen Befehle erteilt. Trotz aller Verspätungen und Vorkommnisse läuft die Aktion planmässig. Die alarmierten Truppen aus der Umgebung sind auf dem Marsch in die Stadt und schließen befehlsgemäss das Regierungsviertel und alle wichtigen SS- und Parteidienststellen ein. Ebenso besetzen sie das Funkhaus, können jedoch den Sendebetrieb nicht unterbrechen. So wird die Meldung vom misslungenen Attentat im ganzen Reich verbreitet.
Gleichzeitig ergeht aus der Wolfsschanze an alle Wehrmachtsdienststellen der Befehl Keitels, keine Befehle von Fromm, Hoepner und Generalfeldmarschall von Witzleben, dem von den Verschwörern ernannten neuen Oberbefehlshaber der Wehrmacht auszuführen. Um 19 Uhr rast Oberst Remer, von sich überzeugt, dass die deutsche Rettung von ihm abhängig ist, den heranrückenden Truppen entgegen und bringt sie zum Stehen. Als später eine Einheit des Wachbataillons den Bendlerblock besetzt, ahnen die Verschwörer nicht, dass das nicht entsprechend ihrem Walküre-Plan geschieht, sondern auf Befehl Hitlers an Remer.
Während Stauffenberg ununterbrochen mit dem
Wehrkeiskommando telefoniert und auf Ausführung seiner Befehle
besteht, trifft gegen 20 Uhr Feldmarschall von Witzleben ein,
verlässt die Bendlerstraße aber um 21 Uhr wieder, in der Überzeugung
daß die Aktion offenbar misslungen ist.
Kurz danach befreien hitlertreue Einheiten General Fromm und nehmen auf seinen Befehl hin die Verschwörer fest: Generaloberst Beck wird erlaubt, sich zu erschießen; Stauffenberg und sein Adjutant, Oberstleutnant von Haeften, Oberst Merz von Quimheim und General Olbricht wurden von Fromm standrechtlich zum Tode verurteilt. Alle werden gegen Mitternacht einzeln im Hof des Oberkommandos erschossen. Der Putsch ist damit endgültig gescheitert.