
Während ihrer Zeit im Versteck führt Anne Frank
Tagebuch.
In den gut zwei Jahren füllt sie mit ihren Aufzeichnungen
mehrere Hefte.
Kurz vor ihrer Verhaftung schreibt sie ihre Tagebücher mit
der Absicht um,
sie nach dem Krieg als Buch herauszugeben.
1947 publiziert
Otto Frank die Tagebücher seiner verstorbenen Tochter.
Das Tagebuch der
Anne Frank wird zu einem der meistgelesenen Bücher der Welt.
Textausschnitte aus dem Tagebuch von Anne Frank:

Obwohl Anne Frank an ihrem Geburtstag nicht
wissen kann, daß sie einen Monat später untertauchen muß,
beginnt sie ihr
neues Tagebuch mit dem folgenden, bedeutungsvollen Satz:
Zwei Monate später, in ihrem Versteck, schreibt sie:
Anne Frank nutzt ihr Tagebuch nicht nur dazu, ihre Gedanken niederzuschreiben, sie klebt auch allerhand hinein und schreibt Kommentare dazu.
Im Hinterhaus würde Anne Frank gern mit jemandem im Briefwechsel stehen. Aber das ist zu gefährlich. Darum denkt sie sich Freundinnen aus, imaginäre Adressatinnen für die Briefe, die sie im Tagebuch festhält. Nach ungefähr einem Jahr entscheidet sich Anne Frank für eine dieser imaginären Freundinnen, an die sie künftig alle Tagebuchbriefe richtet. Diese Freundin heißt Kitty.
In einem Tagebuch werden meistens sehr intime Gedanken und Überlegungen festgehalten. Anne Frank versucht, auch das tägliche Leben im Hinterhaus und die Nachrichten von der Außenwelt zu beschreiben. Manchmal gibt es spannende Vorfälle zu berichten, Bombardierungen zum Beispiel oder nächtliche Einbrüche. Anne Frank versucht, ihren Stil beständig zu verbessern, und es gelingt ihr, Freud und Leid der Untergetauchten auf ehrliche und manchmal auch komische Weise zu beschreiben.
Anne Frank hat einen kritischen Blick, nicht nur für andere, auch für sich selbst.

Nachdem Anne Frank ein Jahr lang Tagebuch geführt hat, beginnt sie, einige der Notizen zu Erzählungen umzuschreiben, und versieht sie mit Titeln wie "Das begehrte Tischchen", "Der Streit über die Kartoffeln" und "Wenn die Uhr halb neune schlägt". Diese wahren Geschichten hält sie ebenso wie ihre Phantasiegeschichten in einem anderen Heft fest, dem "Geschichtenbuch". Nach dem Krieg werden diese Erzählungen unter dem Titel "Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus" publiziert.
Im März 1944 verkündet der freie Radiosender Oranje aus England das Vorhaben der niederländischen Exilregierung, nach dem Krieg Tagebücher von normalen Bürgern für die Geschichtsschreibung zu sammeln.

Anne Frank erkennt, daß ihr Tagebuch vielleicht auch für andere interessant sein könnte. Sie nimmt sich vor, ihr Tagebuch zu überarbeiten, um ein richtiges Buch daraus zu machen.
Während Anne Frank ihr Tagebuch
noch einmal vollständig durchliest,
denkt sie wochenlang über ihr Vorhaben
nach, ein Buch über das Hinterhaus zu schreiben.
Anne beginnt, das Tagebuch
umzuschreiben. Die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen,
als das Hinterhaus
am 4. August 1944 von der Polizei gestürmt wird. Anne Frank wird
mitgenommen, ihr Tagebuch bleibt zurück.
In 10 Wochen, vom 20. Mai bis zum 4. August 1944, schreibt Anne Frank
einen großen Teil ihres Tagebuchs um.
Insbesondere der Anfang des
Tagebuchs wird stark verbessert.
Ihr normales Tagebuch führt sie
währenddessen weiter.
Das Umschreiben wird durch die Verhaftung am 4.
August 1944 abgebrochen.
Anne Frank hat bis dahin 324 Seiten auf lose
Blätter Papier geschrieben.

Nach der Verhaftung der Untergetauchten am 4. August 1944 bleiben die beiden Sekretärinnen der Firma, Miep Gies und Bep Voskuijl, zurück. Gemeinsam finden sie Annes Tagebücher im leeren Hinterhaus auf dem Fußboden. Miep bewahrt die Tagebücher, auf Annes Rückkehr hoffend, auf. Als sie nach dem Krieg hört, daß Anne Frank umgekommen ist, überreicht sie die Hefte und losen Blätter dem aus dem Lager zurückgekehrten Otto Frank mit den Worten: „Hier ist das Vermächtnis Ihrer Tochter."
Otto Frank lernt durch Anne Franks Tagebuch seine verstorbene Tochter besser kennen:
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Auf Drängen von Freunden beschließt Otto Frank, das Werk seiner Tochter zu veröffentlichen. Aus dem ersten und dem umgeschriebenen Tagebuch stellt er ein Buch zusammen. Den Titel für ihr Buch hatte Anne Frank selbst schon gefunden: "Das Hinterhaus". Im Juni 1947 wird „Das Hinterhaus" in den Niederlanden herausgegeben. |
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Nach der ersten Auflage von 1.500 Exemplaren wird „Das Hinterhaus" im Laufe der Jahre in mehr als 60 Sprachen übersetzt. Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der meistgelesenen Bücher der Welt.
1955 hat das sehr erfolgreiche Theaterstück "The Diary of Anne Frank" Premiere, und 1959 folgt die Verfilmung.
In „Die Tagebücher der Anne Frank", einer wissenschaftlichen Untersuchung des „Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie" (Reichsinstitut für Kriegsdokumentation), werden 1986 sämtliche Texte Anne Franks veröffentlicht. Diese Publikation beweist auf überzeugende Weise, daß die Tagebücher in den Jahren 1942 bis 1944 von Anne Frank im Hinterhaus geschrieben worden sind. Die revisionistischen Diffamierungen, sie seien erst nach dem Krieg von jemand anderem geschrieben worden, sind damit endgültig widerlegt.

Auf Grundlage der vollständigen wissenschaftlichen Ausgabe wurde 1991 eine fast vollständige Ausgabe des Tagebuchs zusammengestellt.
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Anne Franks Tagebuch regt die Vorstellungskraft vieler Menschen an. Unter der Rubrik Tagebuch Aktuell finden sich brisante Themen rund um das Tagebuch, wie die Entstehungsgeschichte des Tagebuchs und Infos über die unveröffentlichten Tagebuchfragmente, die 1998 aufgetaucht sind. Ferner finden sich hier Hintergrundinformationen über die Leugnung der Echtheit des Tagebuchs und eine aktuelle Liste der Sprachen, in denen das Tagebuch bisher erschienen ist.
