Abrahams Segen:

"Gott sprach zu Abraham: Ein Segen sollst du sein ... Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen!"
(Bibel, Genesis 12, 2 -3)
"Siehe, ich mache dich zu einem Imam (Vorbeter, Leiter) für die Menschen." (Koran, Sure 2,124)

 

Übersicht über die drei abrahamitischen Religionen
 

Judentum

Christentum

Islam

Gottesvorstellung Es gibt nur einen Gott, den Schöpfer, Erhalter, und Vollender des Universums.

"JHWH ist einzig!"

Es gibt nur einen Gott, den Schöpfer, Erhalter und Vollender des Universums.

"Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus". (Eph 1,3)

Es gibt nur einen Gott, den Schöpfer, Erhalter und Vollender des Universums.

"Es ist kein Gott außer Allah!"

Woher kennen wir Gott? Gott offenbart sich den Menschen durch Menschen.

Mit Abraham beginnt besondere Segensgeschichte.

Gott offenbart sich den Menschen durch Menschen.

Mit Abraham beginnt besondere Segensgeschichte.

Gott offenbart sich den Menschen durch Menschen. 

Mit Abraham beginnt besondere Segensgeschichte.

Höhepunkt der Offenbarung Mose (um 1250 v. Chr.) übergibt dem Volk Israel (Nachkommen Abrahams, Isaaks, Jakobs) den Willen Gottes: die Tora. Gott schließt mit Israel einen Bund. Jesus selbst ist das Wort Gottes in Person. In Jesu Leben, Sterben, Auferstehen offenbart Gott sein Wesen.  Durch ihn, den Messias, kommt der dem Abraham versprochene Segen zu allen Menschen. Muhammad (570 - 632 n. Chr.) ist das "Siegel der Propheten". Gott diktiert Muhammad (durch Gabriel) sein letztes und endgültiges Wort an die Menschheit: den Koran
  Das Wort Gottes ist Tora geworden. Das Wort Gottes ist Mensch geworden. Das Wort Gottes liegt als perfektes Buch vor.
Heilige Schrift Hebräische Bibel Bibel: Altes (Erstes) und Neues Testament Koran: wörtliches Diktat Gottes
Andere Glaubensquellen Talmud
(Präzisierung der Tora )
Lebendige Glaubenstradition
(katholische u. orthodoxe Kirche)
Sunna
(Lebensvorbild Muhammads)
Was ist der Mensch? "Ebenbild Gottes", aber zum Bösen fähig. Muss für sein Tun vor Gott Rechenschaft ablegen. "Ebenbild Gottes", vom Bösen geprägt (Erbsünde). Muss für sein Tun vor Gott Rechenschaft ablegen. "Kalif (Stellvertreter) Gottes", aber zum Bösen fähig. Muss für sein Tun vor Gott Rechenschaft ablegen.
Wie erlangt der Mensch sein Heil? Er muss den Willen Gottes (Tora und Talmud) erfüllen.

Die Erlösung Israels wird erst der Messias bringen.

Geschenk: Gott vergibt ihm durch Jesus die Schuld, macht ihn zum Sohn/zur Tochter Gottes, befähigt ihn durch den Hl. Geist zum Guten. Mensch braucht "Glauben, der in der Liebe wirksam ist Unterwerfung unter den weisen Willen Allahs, vor allem Erfüllung der fünf Grundpflichten (aber Allah ist verzeihend).
Ethische Ideale Gehorsam und Liebe gegenüber Gott, Heiligung des Alltags, Freude an der Tora, Liebe zu Israel, Güte zu allen Menschen, Gerechtigkeit ...

Zehn Gebote

Gottesliebe und Nächstenliebe im Sinne Jesu, Liebe zu den Armen und Ausgestoßenen: "Was ihr dem geringsten ...", "Liebet eure Feinde!"

Zehn Gebote

Gott, dem Einzigen, dienen, Zusammenhalt unter Muslimen, Bescheidenheit, Liebe zu den Armen, Gastfreundschaft, Dschihad (Kampf für Islam, vor allem geistig)
Ziel nach dem Tod Auferstehung der Toten
Läuterung möglich
Ewige Glückseligkeit in Gott
Auferstehung der Toten
Läuterung möglich (kath.)
Ewige Glückseligkeit in Gott
Auferstehung der Toten
Läuterung möglich
Ewige Glückseligkeit
Besondere Lebensregeln Strenge Sabbatgesetze, Gebote zur rituellen Reinheit, genaue Speisevorschriften. bestimmte Gebetszeiten, Kleidervorschriften etc. Keine Speise- und Kleidervorschriften, keine bestimmten Gebetszeiten.
"Für den Reinen ist alles rein."
(Titus 1,15)
Sonntagsgottesdienst,
Einehe, Scheidungsverbot
Die "Fünf Säulen" (Glaubensbezeugung, Pflichtgebet, Fastenmonat, Almosen, Haddsch), Gebote zur rituellen Reinheit, Speisevorschriften (kein Alkohol, kein Schweinefleisch etc.), Polygamie für Mann möglich, Kleidervorschriften
Stellung der Frau Nicht gleichberechtigt im Eherecht (Scheidung) und bei Mitfeier des Gottesdienstes; keine Rabbinerinnen (in orthodoxen Gemeinden) Gleichberechtigt im Eherecht. Kein Zugang zum Weiheamt (kath., orth.), wohl aber zu anderen kirchlichen Ämtern und Aufgaben. Christinnen dürfen alle zivilen Berufe ausüben. Nicht gleichberechtigt im Eherecht (Scheidung, Polygamie), bei Zeugenschaft etc., (meist) Kopftuch-Pflicht; kein Zugang zu rel. Ämtern
Wöchentlicher Feiertag Sabbat (Samstag): strenger Ruhetag Sonntag (Auferstehungstag Jesu): Eucharistiefeier, möglichst arbeitsfreih Freitag: Gebetstag mit Predigt, nicht arbeitsfrei
Feste im Jahreslauf Neujahr, Versöhnungstag, Laubhütten, Chanukka, Purim, Pessach, Schawuot Weihnachten, Ostern, Pfingsten etc. Id al-Fitr (Fastenbrechenfest nach dem Ramadan), Id al-Adhan (Opferfest)
Feste im Lebenslauf Beschneidung, Bar Mizwa, Hochzeit, Begräbnis Sakramente, Begräbnis Beschneidung, Hochzeit, Begräbnis
Kulträume Synagoge (Knesset); den Tempel in Jerusalem wird der Messias wieder aufbauen. Kirche Moschee (Masdschid, Dschami), Kaaba in Mekka (von Abraham gebaut)
Hauptsymbole Davidsstern, Menora Kreuz Mondsichel
Hauptrichtungen Orthodoxe, Konservative, Reformjudentum Katholiken, Orthodoxe, Protestanten Sunniten (4 Rechtsschulen), Schiiten.
Gemeinschaft der Gläubigen "Volk Israel"
13 Millionen Menschen
Kirche(n)
1,8 Milliarden Menschen
Umma
1 Milliarde Menschen
Geistliche Ämter Rabbiner (Gesetzeslehrer),
Chasan (Vorbeter/Kantor beim Gottesdienst)
Bischof (Apostel-Nachfolger), Priester, Pastor ...
Viele neue Dienste für Männer und Frauen.
Imam (Vorbeter) Muezzin (Gebetsrufer), Alim (Gelehrter, Mz.: Ulama), Kadi (Richter), Mufti (staatlich anerkannter Rechtsgelehrter)
Glaube und Politik Loyalität zum jeweiligen Staat (Diaspora-Situation)
Seit 1948 Staat "Israel"
(Problem "Zionismus")
"Freie Kirche im freien Staat" (kath.), Einbringen christlicher Werte in die zivile Gesellschaft Ziel ist der islamische Staat mit islamischem Recht (Scharia), Einheit von Religion und Politik
Können die "Anderen" gerettet werden Ja, wenn sie gerecht leben. Nichtjuden sind nicht an die Tora gebunden. (Katholisch:) Ja - Jeder Mensch, der ehrlich seinem Gewissen folgt, kann das ewige Heil finden. ? Verstoß gegen Eingottglauben verzeiht Gott nicht. Ungläubige sind verloren (Juden? Christen?).
Wer ist Jesus? Jesus wird meist ignoriert. Für manche ist er ein abtrünniger, für andere ein frommer Jude. Er wird nicht als Messias gesehen! Er ist der Christus (=Messias), der Sohn Gottes, ganz Mensch und zugleich ganz eins mit Gott-Vater und dem Heiligen Geist. Durch ihn können alle Menschen Zutritt zu Gott finden. Prophet, Diener Allahs, Sohn der Jungfrau Maria, predigte schon in der Wiege, sündenlos, Wundertäter, wurde nicht gekreuzigt, sondern sofort zu Gott erhöht. Er ist nicht Sohn Gottes!

 


Dieser sehr grobe Überblick eines Christen über die drei monotheistischen Weltreligionen (Monotheismus = Glaube an den einen Gott) hat vor allem das orthodoxe Judentum, das katholische Christentum und den sunnitischen Islam im Blick.

Abrahamitische Ökumene: Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen, gemeinsames Bezeugen des einen Gottes, Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zum Wohle der Menschen